Die Geschichte von Basel ins Netz stellen1 Beteiligung relevanter Anspruchsgruppen an der Entwicklung eines nachhaltigen und offenen Public- History-Portals Moritz Mähr Projekte in den Digital Humanities erfordern eine erfolgreiche Kommu- nikation zwischen Geisteswissenschaftler*innen und Informatiker*in- nen sowie interdisziplinäre und institutionenübergreifende Zusam- menarbeit. Die Einbindung verschiedener Anspruchsgruppen in das Projektmanagement, insbesondere bei einem öffentlich finanzierten Projekt wie Stadt.Geschichte.Basel, ist komplex. Um die Nutzer*innen in den Entwicklungsprozess des Public-History-Portals einzubeziehen, setzt das Projekt auf User-Centered Design (UCD) und das Konzept der »Trading Zones« von Max Kemman. Durch explorative und gene- rative Methoden werden die Bedürfnisse der Nutzer*innen ermittelt und in das Produkt integriert. Das Ziel ist es, asymmetrische Macht- strukturen zu überwinden und einen transdisziplinären Austausch zu ermöglichen. Die iterative Verbesserung der Austausch- und Ver- handlungsprozesse bei der Einbindung relevanter Interessengruppen ermöglicht die bedarfsgerechte Entwicklung eines nachhaltigen und of- fenen Public-History-Portals. Dieser Beitrag beschreibt die technischen und organisatorischen Herausforderungen, die sich bei der Beteiligung 1 Vielen Dank an Cristina Wildisen-Münch und Nico Görlich für die wertvollen Hinweise und Kommentare zum Manuskript dieses Beitrags. 186 Projektmanagement und Digital Humanities relevanter Anspruchsgruppen ergeben und leitet daraus Best Practices für das Projektmanagement in den Digital Humanities ab. Diverse Anspruchsgruppen, nutzerzentriertes Design und Aushandlungszonen Die Durchführung von Projekten und Forschungsvorhaben in den Digital Humanities stellt das Projektmanagement häufig vor große Herausforderungen. Einerseits muss eine erfolgreiche Kommunikation zwischen den beteiligten Geisteswissenschaftler*innen und Informati- ker*innen ermöglicht werden. Zum anderen sind DH-Projekte häufig interdisziplinär und institutionenübergreifend angelegt, wobei un- terschiedliche Theorien, Methoden, Werkzeuge und Arbeitspraktiken zum Einsatz kommen. Besteht darüber hinaus der Anspruch, nicht nur zwischen den am Projekt beteiligten Forschenden aus verschie- denen Disziplinen zu vermitteln, sondern auch externe Forschende, die beteiligten GLAM-Institutionen und ein breitgefächertes hete- rogenes Zielpublikum in die Projektplanung einzubeziehen, erhöht sich die Komplexität drastisch. Die Beteiligten haben unterschied- liche Anforderungen hinsichtlich der Präsentation und Vermittlung von Forschungsergebnissen und -daten und sind an unterschiedliche Infrastrukturen, Werkzeuge, Standards und Arbeitsweisen gewöhnt. Darüber hinaus sind finanzielle und politische Konsequenzen abzuwä- gen, insbesondere wenn ein Projekt maßgeblich durch öffentliche Mittel finanziert wird und der Öffentlichkeit gegenüber rechenschaftspflichtig ist. Stadt.Geschichte.Basel ist ein solches Projekt. Um die verschiedenen Anspruchsgruppen in die Entwicklung eines nachhaltigen und offenen Public-History-Portals zur Basler Geschichte einzubeziehen, setzt Stadt.Geschichte.Basel auf User-Centered De- sign (UCD). Bei diesem Ansatz steht die Nutzer*in in jeder Phase des Designprozesses im Mittelpunkt. Usability-Ziele, Eigenschaften der Nutzer*innen, Umgebung, Aufgaben und Arbeitsabläufe des Produkts oder Prozesses werden in jeder Entwicklungsphase erneut berücksich- tigt. UCD erlaubt es, die Anforderungen der Nutzer*innen von Anfang Moritz Mähr: Die Geschichte von Basel ins Netz stellen 187 an zu berücksichtigen und in den gesamten Produktlebenszyklus zu integrieren. Explorative Methoden wie Online-Befragungen, qualitati- ve Interviews, Prototypentests und Usability-Tests helfen dabei, diese Anforderungen zu ermitteln und Unklarheiten zu klären. Der Einsatz generativer Methoden wie Card Sorting, welches im weiteren Verlauf des Textes detaillierter behandelt wird, sowie die Durchführung partizipativer Workshops, stellen weitere Instrumente dar, um die Bedürfnisse der Nutzer*innen besser zu verstehen. Darüber hinaus können Anforderungen der Nutzer*innen durch eine sorgfälti- ge Analyse von Alternativen zum zu entwerfenden Produkt abgeleitet werden. Es ist wichtig zu betonen, dass UCD versucht, das Produkt um die Nutzer*innen herum zu optimieren, so dass diese nicht ge- zwungen sind, ihr Verhalten und ihre Erwartungen anzupassen. Die Anwendung dieser Prinzipien und Methoden soll sicherstellen, dass das Public-History-Portals den Bedürfnissen der künftigen Nutzer*innen entspricht und einen hohen Nutzen, eine hohe Benutzerfreundlichkeit und eine hohe Akzeptanz unter den Nutzer*innen erreicht.2 UCD bietet dem Projektteam viele Möglichkeiten, die Bedürfnisse der relevanten Anspruchsgruppen zu erfassen, berücksichtigt aber die gegenseitigen Aushandlungsprozesse nicht ausreichend.3 Im ge- genseitigen Austausch verändern sich nicht nur die Vorstellungen des 2 Chadia Abras/Diane Maloney-Krichmar/Jenny Preece, User-centered Design, in: W. Bainbridge (ed.), Encyclopedia of Human-Computer Interaction. Thousand Oaks 2004, 445–456.; Ji-Ye Mao et al., The State of User-Centered Design Prac- tice, Communications of the ACM 48 (2005), 105–109. 3 Susan Gasson sieht UCD kritisch, da es auf eine technologiezentrierte Prob- lemdefinition abzielt, anstatt den sozialen und organisatorischen Kontext zu untersuchen. Susan Gasson, Human-centered vs.User-centered Approaches to Information System Design, in: Journal of Information Technology Theory and Application (JITTA) (5/2003), 39.; technologiefokussiertes UCD kann bei klar definierten Problemen eine Vergleichbarkeit schaffen. Milena Dobreva/ Sudatta Chowdhury, A User-Centric Evaluation of the Europeana Digital Library, in: Gobinda Chowdhury/Chris Koo/Jane Hunter (ed.), The Role of Digital Libraries in a Time of Global Change. Lecture Notes in Computer Science, Berlin, Heidelberg 2010, 148–157, URL: doi:10.1007/978-3-642-13654-2_19. 188 Projektmanagement und Digital Humanities Projektteams, sondern auch die Bedürfnisse der Nutzer*innen. Des- halb wurde die unilaterale UCD-Perspektive erweitert. Das Konzept »Trading Zones« von Max Kemman macht Aushandlungsprozesse zwi- schen dem Projektteam und den verschiedenen Anspruchsgruppen fassbar. Das Konzept, das ursprünglich von dem Wissenschaftshisto- riker Peter Galison entwickelt und von dem Soziologen Harry Collins und anderen weiterentwickelt wurde, bietet eine Methode zur Analyse der sich verändernden Praktiken und Machtdynamiken bei der Zu- sammenarbeit zwischen zwei unterschiedlichen Gruppen. Kemman erweitert dieses Modell durch die Einführung einer Dimension des Engagements. Es unterstreicht die Idee, dass der Erfolg des Projekts von der Vielfalt und dem Ausmaß des Engagements beeinflusst wird, was sich auch auf die Kommunikation und die Bindungen innerhalb der Zusammenarbeit auswirkt. Es besteht aus einer dreidimensionalen Matrix: (1) sich verändernde Praktiken (entweder homogen oder hete- rogen), (2) Machtdynamik (symmetrisch oder asymmetrisch) und (3) Engagement (entweder verbunden oder unverbunden). Ziel dabei ist es, asymmetrische Machtstrukturen dadurch zu überwinden, indem man die relevanten Anspruchsgruppen enger an das Projekt bindet und auf Praktiken hinarbeitet, die über die disziplinären Grenzen hinweg einen Austausch ermöglichen.4 Der Beitrag gliedert sich wie folgt: Zunächst werden Stadt.Ge- schichte.Basel und das in diesem Rahmen entstehende Public History Portal stadtgeschichtebasel.ch vorgestellt. Im zweiten Abschnitt wird beschrieben, wie die relevanten Anspruchsgruppen mit Methoden aus dem UCD identifiziert und analysiert wurden. Im dritten Abschnitt werden die Herausforderungen beschrieben, die sich aus der Hetero- genität der Anspruchsgruppen ergeben. Im vierten Abschnitt wird die Konzeption und iterative Entwicklung des Portals mit Vermittlungs- partner*innen beleuchtet. Im fünften Abschnitt wird auf die Bedeutung einer engen Vernetzung und eines kontinuierlichen Reportings einge- 4 Kemman, Max, Trading Zones of Digital History, Berlin & Boston 2021, URL: https ://doi.org/10.1515/9783110682106. Moritz Mähr: Die Geschichte von Basel ins Netz stellen 189 gangen. Abschließend werden Best Practices für zukünftige Projekte mit ähnlicher Beteiligung relevanter Stakeholder vorgeschlagen. Genese und Planung von Stadt.Geschichte.Basel Um die Genese und Planung des Projekts Stadt.Geschichte.Basel zu be- schreiben, orientiert sich dieser Beitrag analytisch an den Eckpunkten für die Projektplanung von Johanna Drucker. Diese Eckpunkte umfassen die konzeptionellen Ziele, die Verwaltungsstruktur, die Dokumentation, die institutionelle Verankerung, die finanziellen Ressourcen, die Nach- haltigkeit sowie die Ergebnisse und Evaluationskriterien.5 Diese analy- tische Perspektive hilft, die verschiedenen Aspekte des Großprojekts zu erfassen und zu ordnen. Denn viele Aspekte der Planung lassen sich we- der inhaltlich noch in ihrer räumlich-zeitlichen Ordnung klar vonein- ander trennen. Zudem ist das Projekt Stadt.Geschichte.Basel nicht von A bis Z durchgeplant, sondern im Laufe der Zeit organisch gewachsen. Projektmanagement wird nicht als linearer Prozess verstanden, sondern als ein ständiges Austarieren und Anpassen, das möglichst so zu gestal- ten ist, dass das Budget nicht überschritten und die Ziele nicht aus den Augen verloren werden. Das Projekt Stadt.Geschichte.Basel, initiiert durch Vorstösse im ba- selstädtischen Parlament 2011, zielt darauf ab, die Geschichte des Kan- tons neu zu erforschen und darzustellen. Die Vision ist eine Kantonsge- schichte, die der wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung Basels ge- recht wird und von einer breiten Trägerschaft getragen wird. Der Verein Basler Geschichte, gegründet von Laien und Forschenden, entwickelte ein umfassendes Konzept, das 2014 der Regierung vorgelegt und 2016 5 Johanna Drucker, The Digital Humanities Coursebook: An Introduction to Digital Methods for Research and Schol-arship, Abingdon & New York 2021, Kapitel 12a. 190 Projektmanagement und Digital Humanities mit einem Budget von CHF 9,36 Millionen, finanziert durch den Kan- ton, den Lotteriefonds sowie private Mittel, unterstützt wurde.6 Nach der erfolgreichen Finanzierung 2017 wurde die Stiftung Stadt.Geschichte.Basel gegründet, die mit dem Kanton Projektziele vereinbart: Die Erstellung einer zehnbändigen, illustrierten Dar- stellung der Basler Geschichte und die Entwicklung eines öffentlich zugänglichen Public-History-Portals als digitales Archiv zur Basler Ge- schichte. Dieses Portal soll auch nach Projektende fortgeführt werden. Ein wesentliches Ziel ist die kontinuierliche öffentliche Sichtbarkeit und Partizipation der Bevölkerung. Das an der Universität Basel angesiedelte Projekt wurde in ei- nen analogen Bereich (Buchproduktion) und einen digitalen Bereich (Forschungsdatenmanagement und digitale Vermittlung) aufgeteilt. Für das Public History Portal wurden Kernfragen zu Zielen, Struktur, Budget und institutioneller Verankerung unter besonderer Berück- sichtigung der Barrierefreiheit geklärt. Die Sicherung der finanziellen Mittel für die Pflege des Portals nach Projektende ist offen und wird nach Abschluss der Entwicklungsphase entschieden. Im Frühjahr 2021 wurden für den Digitalbereich von Stadt.Geschich- te.Basel konzeptionelle Ziele festgelegt: (1) Sammlung, Strukturierung und Sicherung der Forschungsdaten in einer Datenbank, inklusive Klä- rung urheberrechtlicher Fragen und Erhebung von Metadaten. (2) Auf- bereitung und langfristige Bereitstellung der Daten in einem Reposi- torium, ergänzt durch einige publikumsorientierte Showcases. (3) Eva- luation von Metasuchmöglichkeiten nach externen Inhalten zur Basler Geschichte. Ein Budget für 2021 bis 2023 wurde zugewiesen und eine Leitung für Forschungsdatenmanagement und Public History ernannt. Aufgrund begrenzter zeitlicher Ressourcen und eines dynamischen Um- felds wurde ein iteratives und agiles Projektmanagement gewählt, wobei 6 Dominique Spirgi, Basel auf gutem Weg zu einer neuen Stadtgeschichte, in: Ta- gesWoche (14.10.2016), URL: https://tageswoche.ch/politik/basel-auf-gutem-we g-zu-einer-neuen-stadtgeschichte/. Moritz Mähr: Die Geschichte von Basel ins Netz stellen 191 die ersten beiden Arbeitspakete parallel bearbeitet und das dritte vorerst zurückgestellt wurde.7 Identifikation und Analyse der relevanten Anspruchsgruppen Von zentraler Bedeutung für die Ausarbeitung konkreter und überprüf- barer Maßnahmen und eines Zeitplans war die frühzeitige Einbindung interner und externer Anspruchsgruppen. Der erste Schritt bestand darin, die relevanten Anspruchsgruppen für die jeweiligen Arbeitspa- kete zu identifizieren. Für Arbeitspaket 1 (Sammlung, Aufbereitung und Sicherung der Forschungsdaten) wurden die am Projekt beteiligten Forscher*innen und Partner*innen als relevante Anspruchsgruppen identifiziert. Dabei stand ihre Rolle als Datenproduzent*innen für das Forschungsdatenmanagement und, in einem zweiten Schritt, auch für das Public-History-Portal im Vordergrund. Für Arbeitspaket 2 (Public-History-Portal) wurden eine breitere Palette von Anspruchs- gruppen, einschließlich Forscher*innen, die nicht am Projekt beteiligt waren, Medienvertreter*innen, Schulen, Gedächtnisinstitutionen und die breite Öffentlichkeit, identifiziert; also die Gruppe der künftigen Datenkonsument*innen des Public-History-Portals. Um die Bedürfnisse und Anforderungen dieser vielfältigen An- spruchsgruppen effektiv zu berücksichtigen, wurden spezifische Fo- kusgruppen sowohl für die am Projekt beteiligten Forscher*innen und Partner*innen (Datenproduzent*innen) als auch für die Zielgruppen des Public-History-Portals (Datenkonsument*innen) eingerichtet. Die Datenproduzent*innen waren nicht nur klar identifizierbar, sondern zeichneten sich auch durch eine für das Projektmanagement vorteil- hafte Struktur hinsichtlich der »Trading Zone« nach Kemman aus, also hinsichtlich Praktiken, Machtdynamiken und Engagement. Sowohl die Datenproduzent*innen als auch die Projektleitung bestanden aus Historiker*innen und Archäologi:nnen, die über eine sehr homogene 7 Kent Beck et al., Manifesto for agile software development (2001), URL: http://agil emanifesto.org/. 192 Projektmanagement und Digital Humanities Forschungs- und Arbeitsweise verfügten. Die Zusammenarbeit erfolgte auf Augenhöhe und wies keine Machtasymmetrien auf. Die Kopplung zwischen den Gruppen war nicht eng, aber ausreichend institutionali- siert (regelmäßiger Austausch in gemeinsamen Sitzungen). Zwischen Dezember 2021 und Januar 2022 wurde eine erste Online- Befragung der am Projekt beteiligten Forschenden zur Frage »Welche Daten werden von den Forschenden zu welchem Zweck und mit welchen Werkzeugen erhoben?« durchgeführt. Ein Problem war, dass die Pro- jektleitung dabei nicht auf eine allgemeingültige Definition historischer Forschungsdaten zurückgreifen konnte. Die Antwort auf die Frage, was Forschungsdaten in den Geschichtswissenschaften und der Archäologie genau waren, unterscheiden sich nicht nur zwischen den in diesem Pro- jekt versammelten Disziplinen und Subdisziplinen, sondern auch zwi- schen den Denkkollektiven und den einzelnen Forschenden.8 Um das gesamte Spektrum der unterschiedlichen Forschungsansätze und der dabei generierten Forschungsdaten zu erfassen, war es notwendig, den individuellen Forschungsprozess und die jeweiligen Arbeitsschritte der beteiligten Forscher*innen auf dem Weg zur fertigen Publikation in Er- fahrung zu bringen. Die Teilnehmenden wurden befragt, mit welchen Hilfsmitteln sie eine Forschungsfrage entwickelten, wie sie Daten ge- sichert, Sekundärliteratur recherchiert, diese erschlossen und Exzerp- te angefertigt haben. Von Interesse waren auch die verwendeten Quel- len und Daten, einschließlich ihrer Dateiformate und des Zwecks ih- rer Sammlung. Es war auch wichtig zu wissen, wie Quellen annotiert 8 Siehe dazu Martin Dröge, Präsentationen zur Tagung »Forschungsdaten in der Geschichtswissenschaft«, in: Digitale Geschichts-wissenschaft (2018), URL: https ://digigw.hypotheses.org/2265; Torsten Hiltmann, Forschungsdaten in der (di- gitalen) Geschichtswissenschaft. Warum sie wichtig sind und wir gemeinsame Standards brauchen, Digitale Geschichtswissenschaft (2018), URL: https://digigw .hypotheses.org/2622; Marina Lemaire, Vereinbarkeit von Forschungsprozess und Datenmanagement in den Geisteswissenschaften, in: o-bib. Das offene Bi- bliotheksjournal, VDB (2018), 237–247, URL: doi:10.5282/O-BIB/2018H4S237-247; Sven Siemon, Tagungsbericht: Forschungsdaten in der Geschichtswissenschaft, in: H-Soz-Kult (15.09.2018), URL: www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagung sberichte-7859. Moritz Mähr: Die Geschichte von Basel ins Netz stellen 193 oder Daten extrahiert werden, wie Quellen dokumentiert werden und welche zusätzliche Software oder Tools verwendet werden. Schließlich wurde die Bereitschaft zur Teilnahme an Schulungen zu verschiedenen Werkzeugen wie Zotero, ArcGIS, Omeka, Tropy, RStudio, Transkribus und EXMARaLDA abgefragt. Die Umfrage wurde bei den Forschenden sehr gut aufgenommen. Die hohe Rücklaufquote von 40 %, 30 Antwor- ten bei 72 Autor*innen, als auch das hohe Interesse an den Ergebnissen der Umfrage (87 %) belegen das.9 Aus den Ergebnissen der Befragung zog die Projektleitung einige Schlussfolgerungen für die Ausgestaltung des Forschungsdatenma- nagements: Für die Forschenden stehen die gedruckten Forschungser- gebnisse im Vordergrund. Dies hängt nicht nur mit der relativ konven- tionellen Arbeitsweise der beteiligten Forschenden zusammen, sondern auch mit den wissenschaftlichen Reputationsmechanismen, bei denen Datenpublikationen und negative Ergebnisse nach wie vor eine un- tergeordnete Rolle spielen. Dies bedeutet auch, dass viele Synergien genutzt werden können, wenn sich das Forschungsdatenmanagement an den Prozessen der Buchpublikation orientiert. So sollte von Anfang an bei der Klärung der Bildrechte auf eine mögliche Publikation der Daten geachtet und die Erfassung der Bildlegenden mit der Erfassung der Metadaten verknüpft werden. Für die wichtigsten Datentypen – Bilder (Darstellungen von Quellen, Objekten etc.), Tabellen (statis- tische Daten, Zeitreihen etc.), Karten (georeferenzierte Karten und Netzwerkdarstellungen) sowie bibliographische Daten – sollten zwei Data Stewards eingestellt werden. Die Data Stewards sollten durch Beratung dazu beitragen, dass Forschungsdaten bereits während des Forschungsprozesses erhoben werden können. Darüber hinaus soll- 9 Es ist davon auszugehen, dass eine Stichprobenverzerrung vorliegt und mehr Menschen an der Umfrage teilgenommen haben, die bereits mit digitalen Me- thoden vertraut sind. Diese Vermutung lässt sich jedoch nicht quantitativ über- prüfen, da es sich um eine anonymisierte Umfrage gehandelt hat. 194 Projektmanagement und Digital Humanities ten den Forschenden Kurse zu den wichtigsten digitalen Werkzeugen angeboten werden.10 Überraschende Erkenntnisse über die Nutzer*innen Die Eingrenzung der Datenkonsument*innen gestaltete sich hin- gegen wesentlich schwieriger. Der Auftrag des Kantons sprach von zukünftigen Nutzer*innen und der interessierten Bevölkerung. Eine potenziell sehr große und heterogene Gruppe, welche die Ressourcen und das Know-how der Projektleitung überfordert hätte. Aus diesem Grund entschied sich die Projektleitung dafür, sich auf die professio- nellen Vermittler*innen aus GLAM-Institutionen und Schulen sowie forschungsnahen Institutionen zu konzentrieren. Die Analyse dieser Gruppe in Bezug auf die »Trading Zone«, d.h. ihre Praktiken, Macht- dynamiken und ihr Engagement, erwies sich als herausfordernd, aber machbar. Die Datenkonsument*innen brachten viel historische Bildung mit. Die Projektleitung hatte jedoch ein großes Defizit bezüglich der konkreten Arbeitsweise der Datenkonsument*innen und wie diese in ein größeres Ökosystem der Vermittlung von historischem Wissen an ein breites Publikum eingebunden waren. Darüber hinaus wusste die Projektleitung auch wenig über die Interessen des geschichtsinteres- sierten Publikums. Diese Wissenslücke sollte in einem ersten Schritt mit einer groß angelegten Online-Umfrage geschlossen werden.11 Im Februar und März 2022 wurden 89 professionelle Vermitt- ler*innen aus GLAM-Institutionen, Schulen und forschungsnahen Institutionen online dazu befragt, wie sie sich über die Geschichte 10 Moritz Mähr, Research Data Management in (Public) History, Keynote pre- sented at Digital Humanities Methodolo-gies DHCH 2022, Istituto Svizzero di Roma, Rome 2022, URL: doi:10.5281/zenodo.6637118. 11 Das ist gemäß Claire Warwick ein übliches Muster innerhalb der DH. Claire Warwick, Studying Users in Digital Humanities, in: Claire Warwick/Melissa Ter- ras/Julianne Nyhan (ed.), Digital Humanities in Practice 1 (2012), 1–21. Moritz Mähr: Die Geschichte von Basel ins Netz stellen 195 Basels informieren. Ziel der Befragung war es, die Informationsge- wohnheiten und das Ökosystem der Akteure zu erfassen, die sich professionell mit der Geschichte Basels beschäftigen. Dabei legte man die Fragen bewusst sehr breit an.12 Die Teilnehmenden kamen aus verschiedenen Tätigkeitsbereichen wie Forschung (33 %), Vermittlung (22 %), Archivierung (21 %), Bildung (16 %) und anderen Bereichen (33 %). Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden liegt bei 57 Jahren und zwei Drittel möchten über die Ergebnisse der Umfrage informiert werden. Offline suchen die Teilnehmenden vor allem in Büchern (91 %), Bibliotheken (82 %), Archiven (79 %), Museen (70 %) und Zeitschriften (55 %) nach Informationen zur Geschichte Basels. Sie ziehen dabei vor allem Textquellen (79 %), Bilder (76 %) und Karten (52 %) heran und suchen diese in Archiven und Bibliotheken (79 %), Lexika (70 %) und mit kommerziellen Suchmaschinen (57 %). Bei den Online-Informations- angeboten sind das Historische Lexikon der Schweiz (HLS) (60 %), das Basler Stadtbuch (58 %), die Universitätsbibliothek (UB) (54 %) und Wi- kipedia (47 %) am gefragtesten. Andere genannte Angebote beinhalten verschiedene lokale und spezifische Webseiten. Texte und Visualisie- rungen sind sowohl online als auch offline die dominierenden Formate, während Audio, interaktive Visualisierungen und Videos von weniger als 11 % der Befragten genutzt werden. Die Ergebnisse zeigen auf, welche Epochen das größte Interesse we- cken. Rund 70 % der Befragten bekunden ein ausgeprägtes Interesse an der neueren und neuesten Geschichte Basels. Die Antike stößt auf we- niger Interesse, nur 28 % der Teilnehmenden geben an, sich dafür zu in- teressieren. In Bezug auf spezifische Aspekte der Geschichte sind Per- sönlichkeiten wie Christoph Merian und Erasmus von Rotterdam sowie Institutionen wie die Basler Mission und der FC Basel von besonderem 12 Weniger zielgerichtete Fragen können sehr interessante Informationen über die Bedürfnisse der Nutzer*innen zutage fördern, die sonst verborgen geblie- ben wären. Max Kemman/Martijn Kleppe, User required? On the Value of User Research in the Digital Humanities, in: Jan Odijk (ed.), Selected papers from the CLARIN 2014 conference, Linköping 2015, 63–74. 196 Projektmanagement und Digital Humanities Interesse. Auch bestimmte Orte wie die Altstadt und das St. Johannquar- tier sowie Ereignisse wie der Bau der Rheinbrücken und die Reformation stießen auf Interesse. Die bevorzugten Themenbereiche umfassen städ- tisches Leben (58 %), Kultur (52 %), Soziales (49 %), Bildung (48 %), Politik (48 %), Armut (45 %), Migration (43 %) und Kolonialismus (42 %). Durch die Umfrage gewann die Projektleitung ein vertieftes Bild über die Praktiken der Datenkonsument*innen. Eine zentrale Erkennt- nis war, dass Forschungsergebnisse für professionelle Geschichtsver- mittler*innen zwar eine wichtige Rolle spielen, dass aber auch die eigenständige Recherche und der Austausch mit Peers für die In- formationsbeschaffung sehr wichtig sind. Obwohl bekannt ist, dass Informationsdiffusion und Wissenstransfer nicht linear verlaufen, war dies eine überraschende Einsicht.13 Es wurde auch klar, dass die In- formationsgewohnheiten sich entlang konventioneller Praktiken und Medien bewegten und die Möglichkeiten, die das Web und interaktive Medien bieten, selten genutzt werden. Das war ebenfalls überraschend. Unter dem Eindruck der Covid-19-Pandemie und der vielen Bericht- erstattung über digitale Vermittlungsangebote entstand der Eindruck, dass solche Formate bei den GLAM-Institutionen eine zentrale Rolle einnehmen würden. Die Umfrageergebnisse hingegen machen die Rolle deutlich, die physische Begegnungsräume und konventionelle Praktiken, Werkzeuge und Medien in der Vermittlung von historischem Wissen gegenwärtig spielen. Die Erkenntnisse aus der Umfrage und qualitative Interviews mit Exponent*innen von GLAM-Institutionen führten zu einem Umdenken seitens der Projektleitung: Die Unterscheidung zwischen online und offline im Bereich der Vermittlung sollte aufgegeben werden. Die über- wiegende Mehrheit der Vermittlungsangebote findet offline statt und wird von Online-Angeboten begleitet. Damit sich das Public-History- Portal nahtlos in ein solches Ökosystem einfügen konnte, musste es auf 13 Patrick Svensson beschreibt diesen Prozess und folgert, dass Nutzer*innen auch als Produzent*innen aufgefasst werden sollten. Patrik Svensson, The Dig- ital Humanities as a Humanities Project, Arts and Humanities in Higher Education 11 (2012), 42–60, URL: doi:10.1177/1474022211427367. Moritz Mähr: Die Geschichte von Basel ins Netz stellen 197 die physische und virtuelle Realität der professionellen Vermittler*in- nen verweisen. Darüber hinaus würde Stadt.Geschichte.Basel an den Vermittlungsangeboten mitwirken müssen, um die Bedürfnisse der Nutzer*innen des Portals zu verstehen. Die Vorstellung, dass es sich bei diesen Nutzer*innen primär um Datenkonsument*innen handelt, wur- de ebenfalls fallen gelassen. Die (Nach-)Nutzung von Forschungsdaten war ein Szenario unter vielen. Forschungsdaten würden dann vermit- telt werden, wenn die inhaltlichen und technischen Hürden niedrig wären und es anschauliche Beispiele für eine erfolgreiche Integration in Vermittlungsangebote gäbe. Aufgrund dessen entschied sich die Projektleitung, ein integriertes Vermittlungskonzept zu erstellen und die professionellen Vermittler*innen durch ein Kooperationsprogramm enger an Stadt.Geschichte.Basel zu binden. Durch diese »Trading Zone« sollten heterogene Praktiken integriert, Machtasymmetrien abgebaut und das Engagement erhöht werden. Konzeption und iterative Entwicklung des Portals mit Vermittlungspartner*innen Im Frühjahr 2022 wurden die konkreten, überprüfbaren Maßnahmen und der Zeitplan für die Entwicklung des Public-History-Portals sowie ein Fahrplan für das Vermittlungskonzept inkl. Kooperationsprogramm für Vermittlungspartner*innen festgelegt. Das Profil des Public-Histo- ry-Portals wurde geschärft und konkrete inhaltliche Anforderungen formuliert. Es sollte den Nutzer*innen historische Inhalte barrierefrei bereitstellen und auf bestehende Informations- und Vermittlungsan- gebote verweisen. Dazu gehören Informationen zu den zehn Bänden der Stadt.Geschichte.Basel inklusive Angaben zu Verkaufsstellen und Verlag. Darüber hinaus sollte das Portal eine Projektdokumentation, z.B. in Form von Blogbeiträgen, sowie sogenannte Data Stories, die auf der Grundlage von Forschungsdaten ausgewählte Aspekte (Alltags-, Sozial- Migrations- und Kolonialgeschichte) oder Ereignisse der Basler Geschichte beleuchten, anbieten. Es soll Zugang zu Forschungsdaten von Stadt.Geschichte.Basel nach FAIR-Prinzipien sowie zu universi- 198 Projektmanagement und Digital Humanities tären Forschungsprojekten und -ergebnissen gewährleisten. Es soll Angebote von Vermittlungspartner*innen und Daten und historische Ressourcen von Dritten zur Verfügung stellen, die spezifisch für Basel relevant sind. Das Portal soll technisch mit geringer Komplexität realisiert wer- den.14 Es soll wartungsarm und langfristig archivierbar sein.15 Dieser technische Aufbau dient dazu, eine einfache Nutzung und Handhabung sowohl für die Besucher*innen als auch für die Administrator*innen sicherzustellen. Weitere wichtige Aspekte sind Barrierefreiheit und Datenschutz. Das Portal soll barrierefrei, d.h. WCAG-konform gestaltet werden. Die Erfassung der Nutzungsdaten soll datenschutzkonform, d.h. über einen DSGVO-konformen Anbieter erfolgen. Die grafische Ge- staltung des Portals soll sich an der Gestaltung der Bände orientieren. Durch die Kombination von benutzerfreundlichem Design, einfacher Technologie und datenschutzkonformer Erfassung der Nutzungsdaten soll das Portal »Stadt.Geschichte.Basel« auch in technischer Hinsicht einen nachhaltigen und offenen Zugang zur Geschichte der Stadt Basel bieten. Der Zeitplan wurde wie folgt festgelegt: Die Konzeption des Portals einschließlich der Festlegung der verwendeten Technologien soll noch im Jahr 2022 abgeschlossen sein. Mitte 2023 soll ein funktionsfähiger Prototyp des Portals zur Verfügung stehen, der im dritten Quartal 2023 intern getestet und optimiert werden kann. Im vierten Quartal 2023 soll die Vorabversion des Portals online gehen. Während des vierten Quartals 2023 und des ersten Quartals 2024 soll das Portal von den Kooperations- partner*innen getestet werden. In dieser Phase können noch funktiona- le, inhaltliche und gestalterische Anpassungen vorgenommen werden. Das Portal soll in dieser Phase noch nicht aktiv beworben werden. Ab der Vernissage der ersten Bände im März 2024 soll die Entwicklung des 14 Roopika Risam/Alex Gil, Introduction: The Questions of Minimal Computing, Digital Humanities Quarterly 16 (2022). 15 Damit das Portal langzeitarchivierbar wird, muss es auf HTML, CSS und Java- Script beschränkt werden. The Endings Project Team, Endings Principles for Digital Longevity Version 2.2.1 (2023), URL: https://endings.uvic.ca/principles/. Moritz Mähr: Die Geschichte von Basel ins Netz stellen 199 Portals abgeschlossen sein und in den Dauerbetrieb übergehen. War- tungs- und Sicherheitsupdates sollen im Dauerbetrieb zur Verfügung gestellt werden. Zudem ist eine Open Source Veröffentlichung des Quell- codes vorgesehen. Das Vermittlungskonzept sollte im vierten Quartal 2022 entwickelt werden und auf den Zeitplan des Portals Rücksicht neh- men. Das Netzwerk an Vermittlungspartner*innen soll im ersten Quar- tal 2023 aufgebaut werden. Im zweiten und dritten Quartal 2023 sol- len gemeinsame Vermittlungsangebote entwickelt und ab dem vierten Quartal 2023 auch umgesetzt werden. Von der prominenten Rolle, die die Vermittlungspartner*innen und bestehende Informationsangebote auf dem Portal einnehmen sollten, erhoffte sich die Projektleitung eine stark integrierende Funktion. Es sollte das Projekt anschlussfähig für weite Teile des Ökosystems ma- chen und die Anwendungsszenarien der relevanten Anspruchsgruppen ausgerichtet sein. Die professionellen und semiprofessionellen Ge- schichtsvermittler*innen und Gedächtnisinstitutionen würden aktiv in die Konzeption und Entwicklung des Portals einbezogen und dabei helfen, das Portal optimal auf die Bedürfnisse der künftigen Nutzer*in- nen auszurichten. Die Projektleitung würde sich dank der Integration heterogener Praktiken, der angepasster Machtdynamik und der enge- ren Bindung der Vermittlungspartner*innen Zugriff auf Fachwissen verschaffen und den Kreis der potenziellen Nutzer*innen vergrössern. Nachdem das Digitalkonzept vom Stiftungsrat verabschiedet wor- den war, wurden die potenziellen Vermittlungspartner*innen im Som- mer 2022 in qualitative Interviews und einer weiteren Online-Umfrage dazu befragt, wie sich die bestehenden Vermittlungsangebote ins Pu- blic-History-Portal integrieren lassen können. 26 Institutionen beteilig- ten sich an dieser Umfrage. Es zeigte sich, dass die Mehrheit der Institu- tionen offline und vornehmlich physisch mit dem Publikum in Kontakt tritt, wobei der Schwerpunkt auf Führungen, Publikationen und Aus- stellungen liegt. Dabei werden ihre Angebote hauptsächlich in den ei- genen Räumlichkeiten präsentiert und vorwiegend an eine breite Öf- fentlichkeit über alle Generationen gerichtet. Wichtige Kooperations- partner*innen sind Schulen, gefolgt von Gedächtnis- und Forschungs- institutionen sowie Medien und Touristik. Die Verbreitung der Vermitt- 200 Projektmanagement und Digital Humanities lungsangebote erfolgt offline hauptsächlich durch Zeitungen, Radio und soziale Medien. Auf Seiten des Portals »Stadt.Geschichte.Basel« wünschen sich die Institutionen neben Informationen zur neuen Basler Stadtgeschichte auch redaktionelle Inhalte, eine Karte der Vermittlungsangebote in Basel und der Region, eine zugehörige Agenda, Daten und historische Ressourcen sowie universitäre Forschungsprojekte und -ergebnisse. Darüber hinaus möchten 20 Institutionen ihre Angebote auf dem Portal verbreiten und 15 offizielle Kooperationspartner*innen werden. Die Umfrage zeigt, dass die befragten Institutionen großes Interes- se an einer Zusammenarbeit mit Stadt.Geschichte.Basel haben und For- mate wie den Blog und Services wie die Agenda und die Karte befürwor- ten, die zu einer vielfältigen Vermittlung der Basler Geschichte beitra- gen. Sie stellen dabei ein breites Spektrum an Aktivitäten und Koopera- tionsmöglichkeiten bereit, die in die Konzeption des Portals und der Ver- mittlungsprojekte einfließen können. Der Wunsch nach einer breiten und vielfältigen Vermittlung der Basler Geschichte steht dabei im Vor- dergrund. Das Portal soll für ein heterogenes Publikum ohne Fachkennt- nisse konzipiert werden und sich durch entsprechende Inhalte, Sprache und Gestaltung auszeichnen. Die Umfrage half, die Endnutzer*innen und die relevanten Funk- tionen des Portals Stadt.Geschichte.Basel zu identifizieren. Um eine barrierefreie und intuitive Nutzung zu gewährleisten, wurde eine UX-Expertin beigezogen. In einem Workshop wurden Usability-Fragen im Rahmen des UCD-Frameworks geklärt und verschiedene Inhalte und Funktionen des Portals definiert. Dazu gehören eine Agenda mit Veranstaltungen, ein Blog, eine Forschungsdatenplattform, eine Liste von Forschungsprojekten, eine Karte mit allen relevanten Institutionen, ein Überblick über die Geschichte Basels, Informationen zu den Bänden von Stadt.Geschichte.Basel, Zugang zu Open-Access-Publikationen, Projektgeschichte, Informationen zum Verein Stadtgeschichte, Impres- sum, Data Stories, digitale Rundgänge, Podcasts, Lehrmittel, Quellen und Daten, eine Bibliografie, ein Pressekit und eine Anmeldeseite für den Newsletter. Als Methode zur Erhebung der Bedürfnisse der Endnut- zer*innen wurde Card Sorting gewählt und ein Gesprächsleitfaden für Moritz Mähr: Die Geschichte von Basel ins Netz stellen 201 die dazugehörigen qualitativen Interviews entwickelt. Card Sorting ist ein nutzerzentrierter Ansatz zur Strukturierung oder Kategorisierung von Informationen. Bei diesem Verfahren ordnen die Nutzer*innen Inhalte oder Funktionen in Kategorien, die für sie logisch und intuitiv sind. Ziel war es, das Layout und die Navigation unseres Portals zu optimieren, die Nutzererfahrung zu verbessern und sicherzustellen, dass die wichtigsten Informationen und Funktionen leicht zugänglich sind.16 Nach neun Card-Sorting-Interviews im Sommer und Herbst 2022 kristallisierten sich bereits deutliche Strukturen heraus. Eine klare Trennung zwischen primär forschungsrelevanten Inhalten wie den Quellen und Daten, der Bibliografie, den Open-Access-Publikationen und der Dokumentation des Forschungsprojekts sowie den primär publikumsrelevanten Inhalten war erkennbar. Innerhalb der publi- kumsrelevanten Inhalten wurden zwischen News, Geschichte(n) und verschiedenen Serviceangeboten wie Agenda, Karte oder Newslet- ter unterschieden. Um den Umfang und die Komplexität des Portals überschaubar zu halten, wurde entschieden, alle forschungsrelevanten Inhalte unter forschung.stadtgeschichtebasel.ch in eine eigene For- schungsdatenplattform auszulagern. Das Portal und die Forschungs- datenplattform sollen prominent aufeinander verweisen, aber getrennt voneinander entwickelt und gepflegt werden können. Die technische und organisatorische Trennung der beiden Aspekte hatte den Vorteil, die Zielgruppen weiter einzuschränken: historisch interessierte Nut- zer*innen beim Portal, (semi-)professionelle Historiker*innen und Studierende bei der Forschungsdatenplattform. Dies ermöglichte die Umsetzung unterschiedlicher Anforderungen und damit auch den Ein- satz unterschiedlicher, bedarfsgerechter Technologien. Angesichts der hohen Anforderungen an eine nachhaltige Publikation von Forschungs- daten nach den FAIR-Prinzipien war dies eine große Erleichterung. So könnte man für die Forschungsdatenplattform auf eine bestehende Open Source Softwarelösung zurückgreifen und müsste nicht alles von Grund auf entwickeln. 16 Donna Spencer/Todd Warfel, Card Sorting, in: Boxes and Arrows 7 (2004). 202 Projektmanagement und Digital Humanities In einem nächsten Schritt wurden ein Zeitplan für die Forschungs- datenplattform und die technische Umsetzung des Portals festgelegt. Die Evaluierung der Forschungsdatenplattform soll im dritten Quartal 2023 abgeschlossen werden. Die Parametrisierung der Software und die Kuratierung der Daten der ersten Bände sollen im vierten Quartal 2023 und im ersten Quartal 2024 abgeschlossen werden. Der erste Prototyp des Portals soll mit einem modernen Frontend-Framework und einer Komponentenbibliothek erstellt werden. Der Blog soll auf einer offenen Plattform für wissenschaftliche Blogs gehostet werden und die Beiträ- ge sollen über eine maschinenlesbare Schnittstelle vom Frontend über- nommen werden. Die Ausstellungs- und Veranstaltungsdaten der Ver- mittlungspartner*inside für die Agenda sollen ebenfalls über eine ma- schinenlesbare Schnittstelle eingespielt werden. Zwei Softwareentwick- ler wurden konsultiert, um die technische Konzeption und die für das Portal verwendeten Technologien zu prüfen. Sie billigten den Entwurf und es wurde mit der Entwicklung eines Prototyps begonnen. Engagement durch Kooperation und kontinuierliches Reporting Das Vermittlungskonzept wurde im ersten Quartal 2023 fertiggestellt. Das Kooperationsprogramm sah vor, dass Vermittlungspartner*innen in Kooperation oder mit Unterstützung von Stadt.Geschichte.Basel Angebote realisieren oder auf ihre bestehenden Angebote hinweisen können. Dazu werden ihnen auch der Blog, der Veranstaltungskalen- der (über Drittanbieter) und die Karte auf dem Portal zur Verfügung gestellt. Um das Kooperationsprogramm und das Portal den professio- nellen Vermittler*innen aus GLAM-Institutionen und forschungsnahen Institutionen vorzustellen, wurde ein Informationsanlass veranstal- tet. Am hybriden Anlass im Frühsommer 2023 wurden jedoch nicht nur Informationen vermittelt, sondern insbesondere Feedback der zu- künftigen Partner*innen und Nutzer*innen zu verschiedenen offenen Fragen eingeholt. Über 50 Teilnehmer*innen folgten der Einladung, die meisten waren vor Ort anwesend. Die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Moritz Mähr: Die Geschichte von Basel ins Netz stellen 203 an interaktiven Umfragen teilzunehmen, wurde über eine Mentimeter- Präsentation realisiert und rege genutzt. Die Informationsveranstaltung hat das Bild der Bedürfnisse der Vermittlungspartner*innen nochmals geschärft. Für sie ist das Portal in erster Linie ein zusätzlicher Kanal, um auf die eigenen Vermitt- lungsangebote aufmerksam zu machen. Der Veranstaltungskalender soll die Daten automatisch von einem Drittanbieter übernehmen. Der Blog bietet darüber hinaus die Möglichkeit, historische Hintergründe zu Veranstaltungen oder Objekten zu liefern. Die Daten auf der Karte sollten so gehalten werden, dass sie einfach zu pflegen sind. Generell hat sich gezeigt, dass der Anreiz, Beiträge und Daten für das Portal zur Verfügung zu stellen, umso größer ist, je geringer die technischen und finanziellen Einstiegshürden sind. Organisatorische Fragen zur redaktionellen Planung des Blogs konnten ebenso geklärt werden wie die Frage, wie die Geschichte Basels für ein breites Publikum aufbereitet werden kann. Zudem zeigte sich, dass das Interesse an einem Newslet- ter von Stadt.Geschichte.Basel für ein breites Publikum sehr gering ist. Bereits während des Anlasses als auch im Nachgang konnte Stadt.Ge- schichte.Basel viele Vermittlungspartner*innen für eine Kooperation gewinnen. Der Informationsanlass funktionierte als »Trading Zone« und erlaubte es, sehr heterogenen Praktiken der beteiligten Parteien zu integrieren, Machtasymmetrien abzubauen und ein hohes Maß an Bindung und Engagement zu erzeugen. Das Onboarding der Kooperationspartner*innen ist bereits ange- laufen und die Entwicklung der ersten Version des Portals läuft auf Hochtouren. Für die Phase zwischen dem stillen Go-Live im Septem- ber 2023 und der Vernissage der ersten Bände im März 2024 ist nicht nur eine kontinuierliche Überwachung und Auswertung wichtiger Metriken wie Nutzerzahlen, Nutzungsdauer und Feedback aus den Nutzungsdaten geplant, sondern auch ein regelmäßiges Reporting an die beteiligten Kooperationspartner*innen. Darüber hinaus sind qua- litative Interviews und eine weitere Online-Befragung geplant. Diese Informationen dienen der kontinuierlichen Optimierung des Portals und der Berücksichtigung sich ändernder Bedürfnisse sowohl auf Seiten der Nutzer*innen als auch auf Seiten der Kooperationspartner*innen. 204 Projektmanagement und Digital Humanities Kontinuierliches Monitoring, regelmäßiges Reporting und transpa- rente Kommunikation im gesamten Ökosystem sind nicht nur wichti- ge Eckpfeiler für das Projektmanagement, sondern auch Voraussetzung für den langfristigen Betrieb des Portals. Die Frage, ob das Portal über das Projektende hinaus finanziert werden kann, hängt nicht nur vom Er- folg bei den Nutzer*innen ab, sondern vor allem vom Engagement der Kooperationspartner*innen. Die Überführung des Portals als Projekt in ein Portal als Infrastruktur hängt entscheidend davon ab, ob und wie sich das Portal in das bestehende Ökosystem der historischen Wissens- vermittlung in Basel integrieren lässt. Die Frage, was ein nachhaltiges Projekt in den Digital Humanities ist, hängt nicht nur von der Frage der Archivierbarkeit der Artefakte ab.17 Projekte in den Digital Humanities müssen vielmehr über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg betrachtet werden. Es wird geschätzt, dass die Softwareentwicklung ein Drittel der Kosten ausmacht, während Betrieb und Wartung zwei Drittel ausma- chen. Die Fragen, wer den Betrieb nach dem Projektende übernimmt und ob die Software gepflegt und weiterentwickelt wird, bleiben oft un- beantwortet. Nachhaltigkeit bedeutet auch eine nachhaltige Finanzie- rung, die dem Projektdenken entgegensteht.18 Die Digital Humanities verstehen sich oft als Projekt, das Aushand- lungsprozesse über die Grenzen der klassischen Disziplinen hinaus moderiert. Patrik Svensson und Pierre Munier gehen sogar noch einen Schritt weiter und modellieren die ganzen Digital Humanities als »Tra- ding Zone«.19 Dieses Bild wird den Digital Humanities insofern gerecht, als inhaltliche Forschung sich temporär organisieren und auch schei- tern können muss. Dem stehen Infrastrukturen und Serviceeinheiten 17 Der Blick auf die Nachhaltigkeit von Projekten fällt manchmal etwas einsei- tig aus. Lisa Goddard/Dean Seeman, Negotiating Sustainability: Building Dig- ital Humanities Projects that Last, in: Constance Crompton/Richard J. Lane/ Raymond G. Siemens (ed.), Doing more digital humanities: open ap-proaches to cre- ation, growth, and development, London& New York 2020. 18 Drucker, The Digital Humanities Coursebook, 214. 19 Svensson, The Digital Humanities as a Humanities Project; Pierre Mounier, Une »utopie politique« pour les humanités numériques?, in: Socio. La nouvelle revue des sciences sociales (2015), 97–112, URL: doi:10.4000/socio.1451. Moritz Mähr: Die Geschichte von Basel ins Netz stellen 205 gegenüber, die den hilfswissenschaftlichen Charakter der Digital Hu- manities betonen und auf einen langfristigen und nachhaltigen Betrieb hinarbeiten. Die Digital Humanities sollten sich dieser unterschied- lichen Rollen bewusst sein und mit einem agilen Projektmanagement reagieren, das die Rollenkonflikte überwinden kann. Zusammenfassung und Best Practices Die Durchführung von Projekten und Forschungsvorhaben in den Digi- tal Humanities ist herausfordernd, da sie eine erfolgreiche Kommuni- kation zwischen Geisteswissenschaftler*innen und Informatiker*innen erfordern und häufig interdisziplinär und institutionenübergreifend sind. Die Einbindung verschiedener Anspruchsgruppen in das Projekt- management, insbesondere bei einem öffentlich finanzierten Projekt wie Stadt.Geschichte.Basel, ist komplex. Um die verschiedenen An- spruchsgruppen in die Entwicklung des Public-History-Portals ein- zubeziehen, setzt das Projekt auf User-Centered Design (UCD), bei dem die Nutzer*innen in jeder Phase des Designprozesses im Mit- telpunkt stehen. Durch explorative und generative Methoden werden ihre Bedürfnisse ermittelt. Diese werden so in das Produkt integriert, dass die Nutzer*innen ihr Verhalten und ihre Erwartungen so wenig wie möglich anpassen müssen. Die Erweiterung der UCD-Perspektive um das Konzept der »Trading Zones« von Max Kemman ermöglicht Aushandlungsprozesse zwischen Projektteam und Anspruchsgruppen zu analysieren und zu verbessern. Es beschreibt Aushandlungspro- zesse anhand von sich verändernden Praktiken, Machtdynamiken und Engagement und zielt darauf ab, asymmetrische Machtstrukturen zu überwinden und einen transdisziplinären Austausch zu ermöglichen. Durch die iterative Verbesserung der Austausch- und Verhandlungspro- zesse bei der Einbindung relevanter Interessengruppen können deren Bedürfnisse genauer erfasst und die Entwicklung eines nachhaltigen und offenen Public-History-Portals bedarfsgerecht gestaltet werden. Basierend auf den bisherigen Erfahrungen bei der Beteiligung re- levanter Anspruchsgruppen an der Entwicklung eines nachhaltigen und 206 Projektmanagement und Digital Humanities offenen Public-History-Portals für die Geschichte Basels wurden folgen- de Best Practices entwickelt: 1. Identifikation relevanter Anspruchsgruppen: Eine umfassende und systematische Analyse ermöglicht die Identifizierung relevanter An- spruchsgruppen und ihrer spezifischen Bedürfnisse und Erwartun- gen. Eine Modellierung der Anspruchsgruppen als Teil eines Ökosys- tems hilft dabei, die Beziehungen untereinander besser zu verstehen und gemeinsame Interessen zu erkennen. 2. Frühzeitige Einbindung von Anspruchsgruppen: Die Einbindung re- levanter Anspruchsgruppen in den Entwicklungsprozess muss von Beginn weg erfolgen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Per- spektiven, Anliegen und Ideen einzubringen. 3. Partizipative Verfahren: Die Nutzung partizipativer Ansätze wie Fokusgruppen, Interviews oder Umfragen ermöglicht direktes Feedback von den Anspruchsgruppen. Diese Verfahren reduzieren Machtasymmetrien, fördern die aktive Beteiligung und ermögli- chen somit eine breite Einbeziehung unterschiedlicher Meinungen und Erfahrungen. 4. Transparente Kommunikation: Eine offene und transparente Kom- munikation mit den Anspruchsgruppen ist entscheidend. Regel- mäßige Informationen über den Projektfortschritt, getroffene Entscheidungen und mögliche Auswirkungen schaffen einen Raum für den Dialog und ermöglichen die Beantwortung von Fragen und Bedenken. 5. Einbindung von Fachwissen: Die Zusammenarbeit mit Expert*in- nen, die über Fachwissen in relevanten Bereichen verfügen, trägt zur optimalen Ausrichtung des Produkts auf die Bedürfnisse der Anspruchsgruppen bei. 6. Agiles Projektmanagement und iterative Entwicklung: Durch agiles Projektmanagement können flexibel auf individuelle Bedürfnisse und sich ändernde Anforderungen reagiert werden. Das kontinuier- liche Einfließen von Feedback und neuen Erkenntnissen ermöglicht frühzeitige Anpassungen im Entwicklungsprozess. Ein iterativer Ansatz erlaubt regelmäßige Evaluationen und Anpassungen zur Moritz Mähr: Die Geschichte von Basel ins Netz stellen 207 schrittweisen Verbesserung und Anpassung des Produkts. Die kontinuierliche Einbindung des Feedbacks der Anspruchsgruppen fördert eine nutzerzentrierte Entwicklung. 7. Reporting und Monitoring: Ein effektives Reporting- und Monito- ring-System verfolgt den Erfolg des Produkts anhand wichtiger Me- triken wie Nutzerzahlen, Nutzungsdauer und Feedback. Diese In- formationen dienen der kontinuierlichen Optimierung des Produkts und der Berücksichtigung von sich ändernden Bedürfnissen der An- spruchsgruppen. Literatur Abras, Chadia/Maloney-Krichmar, Diane/Preece, Jenny User-cen- tered Design, in: W. Bainbridge (ed.), Encyclopedia of Human-Computer Interaction. Thousand Oaks 2004, 445–456. Beck, Kent et.al., Manifesto for agile software development (2001), URL: http://agilemanifesto.org/. Dobreva, Milena/Chowdhury, Sudatta A User-Centric Evaluation of the Europeana Digital Library, in: Gobinda Chowdhury/Chris Koo/ Jane Hunter (ed.), The Role of Digital Libraries in a Time of Global Change. Lecture Notes in Computer Science, Berlin, Heidelberg 2010, 148–157, . 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