Die Geschichte von Basel ins Netz stellen

Beteiligung relevanter Anspruchsgruppen an der Entwicklung eines nachhaltigen und offenen Public-History-Portals

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Veröffentlichungsdatum

6 Mai 2024

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Zitierangaben

  • Autor: Moritz Mähr
  • Titel: Die Geschichte von Basel ins Netz stellen: Beteiligung relevanter Anspruchsgruppen an der Entwicklung eines nachhaltigen und offenen Public-History-Portals
  • In: Fabian Cremer, Swantje Dogunke, Anna Maria Neubert, Thorsten Wübbena (Hg.), Projektmanagement und Digital Humanities: Zur klugen Gestaltung der Zusammenarbeit, transcript Verlag, 2024, S. 185-210
  • DOI: https://doi.org/10.14361/9783839469675-007
  • Lizenz: CC BY 4.0

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Die Geschichte von Basel ins Netz stellen1
Beteiligung relevanter Anspruchsgruppen an der
Entwicklung eines nachhaltigen und offenen Public-
History-Portals
Moritz Mähr


Projekte in den Digital Humanities erfordern eine erfolgreiche Kommu-
nikation zwischen Geisteswissenschaftler*innen und Informatiker*in-
nen sowie interdisziplinäre und institutionenübergreifende Zusam-
menarbeit. Die Einbindung verschiedener Anspruchsgruppen in das
Projektmanagement, insbesondere bei einem öffentlich finanzierten
Projekt wie Stadt.Geschichte.Basel, ist komplex. Um die Nutzer*innen
in den Entwicklungsprozess des Public-History-Portals einzubeziehen,
setzt das Projekt auf User-Centered Design (UCD) und das Konzept
der »Trading Zones« von Max Kemman. Durch explorative und gene-
rative Methoden werden die Bedürfnisse der Nutzer*innen ermittelt
und in das Produkt integriert. Das Ziel ist es, asymmetrische Macht-
strukturen zu überwinden und einen transdisziplinären Austausch
zu ermöglichen. Die iterative Verbesserung der Austausch- und Ver-
handlungsprozesse bei der Einbindung relevanter Interessengruppen
ermöglicht die bedarfsgerechte Entwicklung eines nachhaltigen und of-
fenen Public-History-Portals. Dieser Beitrag beschreibt die technischen
und organisatorischen Herausforderungen, die sich bei der Beteiligung



1   Vielen Dank an Cristina Wildisen-Münch und Nico Görlich für die wertvollen
    Hinweise und Kommentare zum Manuskript dieses Beitrags.
186   Projektmanagement und Digital Humanities



      relevanter Anspruchsgruppen ergeben und leitet daraus Best Practices
      für das Projektmanagement in den Digital Humanities ab.



      Diverse Anspruchsgruppen, nutzerzentriertes Design und
      Aushandlungszonen

      Die Durchführung von Projekten und Forschungsvorhaben in den
      Digital Humanities stellt das Projektmanagement häufig vor große
      Herausforderungen. Einerseits muss eine erfolgreiche Kommunikation
      zwischen den beteiligten Geisteswissenschaftler*innen und Informati-
      ker*innen ermöglicht werden. Zum anderen sind DH-Projekte häufig
      interdisziplinär und institutionenübergreifend angelegt, wobei un-
      terschiedliche Theorien, Methoden, Werkzeuge und Arbeitspraktiken
      zum Einsatz kommen. Besteht darüber hinaus der Anspruch, nicht
      nur zwischen den am Projekt beteiligten Forschenden aus verschie-
      denen Disziplinen zu vermitteln, sondern auch externe Forschende,
      die beteiligten GLAM-Institutionen und ein breitgefächertes hete-
      rogenes Zielpublikum in die Projektplanung einzubeziehen, erhöht
      sich die Komplexität drastisch. Die Beteiligten haben unterschied-
      liche Anforderungen hinsichtlich der Präsentation und Vermittlung
      von Forschungsergebnissen und -daten und sind an unterschiedliche
      Infrastrukturen, Werkzeuge, Standards und Arbeitsweisen gewöhnt.
      Darüber hinaus sind finanzielle und politische Konsequenzen abzuwä-
      gen, insbesondere wenn ein Projekt maßgeblich durch öffentliche Mittel
      finanziert wird und der Öffentlichkeit gegenüber rechenschaftspflichtig
      ist. Stadt.Geschichte.Basel ist ein solches Projekt.
           Um die verschiedenen Anspruchsgruppen in die Entwicklung eines
      nachhaltigen und offenen Public-History-Portals zur Basler Geschichte
      einzubeziehen, setzt Stadt.Geschichte.Basel auf User-Centered De-
      sign (UCD). Bei diesem Ansatz steht die Nutzer*in in jeder Phase des
      Designprozesses im Mittelpunkt. Usability-Ziele, Eigenschaften der
      Nutzer*innen, Umgebung, Aufgaben und Arbeitsabläufe des Produkts
      oder Prozesses werden in jeder Entwicklungsphase erneut berücksich-
      tigt. UCD erlaubt es, die Anforderungen der Nutzer*innen von Anfang
                            Moritz Mähr: Die Geschichte von Basel ins Netz stellen      187



an zu berücksichtigen und in den gesamten Produktlebenszyklus zu
integrieren. Explorative Methoden wie Online-Befragungen, qualitati-
ve Interviews, Prototypentests und Usability-Tests helfen dabei, diese
Anforderungen zu ermitteln und Unklarheiten zu klären.
    Der Einsatz generativer Methoden wie Card Sorting, welches im
weiteren Verlauf des Textes detaillierter behandelt wird, sowie die
Durchführung partizipativer Workshops, stellen weitere Instrumente
dar, um die Bedürfnisse der Nutzer*innen besser zu verstehen. Darüber
hinaus können Anforderungen der Nutzer*innen durch eine sorgfälti-
ge Analyse von Alternativen zum zu entwerfenden Produkt abgeleitet
werden. Es ist wichtig zu betonen, dass UCD versucht, das Produkt
um die Nutzer*innen herum zu optimieren, so dass diese nicht ge-
zwungen sind, ihr Verhalten und ihre Erwartungen anzupassen. Die
Anwendung dieser Prinzipien und Methoden soll sicherstellen, dass das
Public-History-Portals den Bedürfnissen der künftigen Nutzer*innen
entspricht und einen hohen Nutzen, eine hohe Benutzerfreundlichkeit
und eine hohe Akzeptanz unter den Nutzer*innen erreicht.2
    UCD bietet dem Projektteam viele Möglichkeiten, die Bedürfnisse
der relevanten Anspruchsgruppen zu erfassen, berücksichtigt aber
die gegenseitigen Aushandlungsprozesse nicht ausreichend.3 Im ge-
genseitigen Austausch verändern sich nicht nur die Vorstellungen des


2    Chadia Abras/Diane Maloney-Krichmar/Jenny Preece, User-centered Design,
    in: W. Bainbridge (ed.), Encyclopedia of Human-Computer Interaction. Thousand
    Oaks 2004, 445–456.; Ji-Ye Mao et al., The State of User-Centered Design Prac-
    tice, Communications of the ACM 48 (2005), 105–109.
3   Susan Gasson sieht UCD kritisch, da es auf eine technologiezentrierte Prob-
    lemdefinition abzielt, anstatt den sozialen und organisatorischen Kontext zu
    untersuchen. Susan Gasson, Human-centered vs.User-centered Approaches
    to Information System Design, in: Journal of Information Technology Theory
    and Application (JITTA) (5/2003), 39.; technologiefokussiertes UCD kann bei
    klar definierten Problemen eine Vergleichbarkeit schaffen. Milena Dobreva/
    Sudatta Chowdhury, A User-Centric Evaluation of the Europeana Digital Library,
    in: Gobinda Chowdhury/Chris Koo/Jane Hunter (ed.), The Role of Digital Libraries
    in a Time of Global Change. Lecture Notes in Computer Science, Berlin, Heidelberg
    2010, 148–157, URL: doi:10.1007/978-3-642-13654-2_19.
188   Projektmanagement und Digital Humanities



      Projektteams, sondern auch die Bedürfnisse der Nutzer*innen. Des-
      halb wurde die unilaterale UCD-Perspektive erweitert. Das Konzept
      »Trading Zones« von Max Kemman macht Aushandlungsprozesse zwi-
      schen dem Projektteam und den verschiedenen Anspruchsgruppen
      fassbar. Das Konzept, das ursprünglich von dem Wissenschaftshisto-
      riker Peter Galison entwickelt und von dem Soziologen Harry Collins
      und anderen weiterentwickelt wurde, bietet eine Methode zur Analyse
      der sich verändernden Praktiken und Machtdynamiken bei der Zu-
      sammenarbeit zwischen zwei unterschiedlichen Gruppen. Kemman
      erweitert dieses Modell durch die Einführung einer Dimension des
      Engagements. Es unterstreicht die Idee, dass der Erfolg des Projekts
      von der Vielfalt und dem Ausmaß des Engagements beeinflusst wird,
      was sich auch auf die Kommunikation und die Bindungen innerhalb
      der Zusammenarbeit auswirkt. Es besteht aus einer dreidimensionalen
      Matrix: (1) sich verändernde Praktiken (entweder homogen oder hete-
      rogen), (2) Machtdynamik (symmetrisch oder asymmetrisch) und (3)
      Engagement (entweder verbunden oder unverbunden). Ziel dabei ist es,
      asymmetrische Machtstrukturen dadurch zu überwinden, indem man
      die relevanten Anspruchsgruppen enger an das Projekt bindet und auf
      Praktiken hinarbeitet, die über die disziplinären Grenzen hinweg einen
      Austausch ermöglichen.4
          Der Beitrag gliedert sich wie folgt: Zunächst werden Stadt.Ge-
      schichte.Basel und das in diesem Rahmen entstehende Public History
      Portal stadtgeschichtebasel.ch vorgestellt. Im zweiten Abschnitt wird
      beschrieben, wie die relevanten Anspruchsgruppen mit Methoden aus
      dem UCD identifiziert und analysiert wurden. Im dritten Abschnitt
      werden die Herausforderungen beschrieben, die sich aus der Hetero-
      genität der Anspruchsgruppen ergeben. Im vierten Abschnitt wird die
      Konzeption und iterative Entwicklung des Portals mit Vermittlungs-
      partner*innen beleuchtet. Im fünften Abschnitt wird auf die Bedeutung
      einer engen Vernetzung und eines kontinuierlichen Reportings einge-



      4    Kemman, Max, Trading Zones of Digital History, Berlin & Boston 2021, URL: https
           ://doi.org/10.1515/9783110682106.
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gangen. Abschließend werden Best Practices für zukünftige Projekte
mit ähnlicher Beteiligung relevanter Stakeholder vorgeschlagen.



Genese und Planung von Stadt.Geschichte.Basel

Um die Genese und Planung des Projekts Stadt.Geschichte.Basel zu be-
schreiben, orientiert sich dieser Beitrag analytisch an den Eckpunkten
für die Projektplanung von Johanna Drucker. Diese Eckpunkte umfassen
die konzeptionellen Ziele, die Verwaltungsstruktur, die Dokumentation,
die institutionelle Verankerung, die finanziellen Ressourcen, die Nach-
haltigkeit sowie die Ergebnisse und Evaluationskriterien.5 Diese analy-
tische Perspektive hilft, die verschiedenen Aspekte des Großprojekts zu
erfassen und zu ordnen. Denn viele Aspekte der Planung lassen sich we-
der inhaltlich noch in ihrer räumlich-zeitlichen Ordnung klar vonein-
ander trennen. Zudem ist das Projekt Stadt.Geschichte.Basel nicht von
A bis Z durchgeplant, sondern im Laufe der Zeit organisch gewachsen.
Projektmanagement wird nicht als linearer Prozess verstanden, sondern
als ein ständiges Austarieren und Anpassen, das möglichst so zu gestal-
ten ist, dass das Budget nicht überschritten und die Ziele nicht aus den
Augen verloren werden.
     Das Projekt Stadt.Geschichte.Basel, initiiert durch Vorstösse im ba-
selstädtischen Parlament 2011, zielt darauf ab, die Geschichte des Kan-
tons neu zu erforschen und darzustellen. Die Vision ist eine Kantonsge-
schichte, die der wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung Basels ge-
recht wird und von einer breiten Trägerschaft getragen wird. Der Verein
Basler Geschichte, gegründet von Laien und Forschenden, entwickelte
ein umfassendes Konzept, das 2014 der Regierung vorgelegt und 2016




5    Johanna Drucker, The Digital Humanities Coursebook: An Introduction to Digital
     Methods for Research and Schol-arship, Abingdon & New York 2021, Kapitel 12a.
190   Projektmanagement und Digital Humanities



      mit einem Budget von CHF 9,36 Millionen, finanziert durch den Kan-
      ton, den Lotteriefonds sowie private Mittel, unterstützt wurde.6
          Nach der erfolgreichen Finanzierung 2017 wurde die Stiftung
      Stadt.Geschichte.Basel gegründet, die mit dem Kanton Projektziele
      vereinbart: Die Erstellung einer zehnbändigen, illustrierten Dar-
      stellung der Basler Geschichte und die Entwicklung eines öffentlich
      zugänglichen Public-History-Portals als digitales Archiv zur Basler Ge-
      schichte. Dieses Portal soll auch nach Projektende fortgeführt werden.
      Ein wesentliches Ziel ist die kontinuierliche öffentliche Sichtbarkeit und
      Partizipation der Bevölkerung.
          Das an der Universität Basel angesiedelte Projekt wurde in ei-
      nen analogen Bereich (Buchproduktion) und einen digitalen Bereich
      (Forschungsdatenmanagement und digitale Vermittlung) aufgeteilt.
      Für das Public History Portal wurden Kernfragen zu Zielen, Struktur,
      Budget und institutioneller Verankerung unter besonderer Berück-
      sichtigung der Barrierefreiheit geklärt. Die Sicherung der finanziellen
      Mittel für die Pflege des Portals nach Projektende ist offen und wird
      nach Abschluss der Entwicklungsphase entschieden.
          Im Frühjahr 2021 wurden für den Digitalbereich von Stadt.Geschich-
      te.Basel konzeptionelle Ziele festgelegt: (1) Sammlung, Strukturierung
      und Sicherung der Forschungsdaten in einer Datenbank, inklusive Klä-
      rung urheberrechtlicher Fragen und Erhebung von Metadaten. (2) Auf-
      bereitung und langfristige Bereitstellung der Daten in einem Reposi-
      torium, ergänzt durch einige publikumsorientierte Showcases. (3) Eva-
      luation von Metasuchmöglichkeiten nach externen Inhalten zur Basler
      Geschichte. Ein Budget für 2021 bis 2023 wurde zugewiesen und eine
      Leitung für Forschungsdatenmanagement und Public History ernannt.
      Aufgrund begrenzter zeitlicher Ressourcen und eines dynamischen Um-
      felds wurde ein iteratives und agiles Projektmanagement gewählt, wobei




      6    Dominique Spirgi, Basel auf gutem Weg zu einer neuen Stadtgeschichte, in: Ta-
           gesWoche (14.10.2016), URL: https://tageswoche.ch/politik/basel-auf-gutem-we
           g-zu-einer-neuen-stadtgeschichte/.
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die ersten beiden Arbeitspakete parallel bearbeitet und das dritte vorerst
zurückgestellt wurde.7



Identifikation und Analyse der relevanten Anspruchsgruppen

Von zentraler Bedeutung für die Ausarbeitung konkreter und überprüf-
barer Maßnahmen und eines Zeitplans war die frühzeitige Einbindung
interner und externer Anspruchsgruppen. Der erste Schritt bestand
darin, die relevanten Anspruchsgruppen für die jeweiligen Arbeitspa-
kete zu identifizieren. Für Arbeitspaket 1 (Sammlung, Aufbereitung
und Sicherung der Forschungsdaten) wurden die am Projekt beteiligten
Forscher*innen und Partner*innen als relevante Anspruchsgruppen
identifiziert. Dabei stand ihre Rolle als Datenproduzent*innen für das
Forschungsdatenmanagement und, in einem zweiten Schritt, auch
für das Public-History-Portal im Vordergrund. Für Arbeitspaket 2
(Public-History-Portal) wurden eine breitere Palette von Anspruchs-
gruppen, einschließlich Forscher*innen, die nicht am Projekt beteiligt
waren, Medienvertreter*innen, Schulen, Gedächtnisinstitutionen und
die breite Öffentlichkeit, identifiziert; also die Gruppe der künftigen
Datenkonsument*innen des Public-History-Portals.
    Um die Bedürfnisse und Anforderungen dieser vielfältigen An-
spruchsgruppen effektiv zu berücksichtigen, wurden spezifische Fo-
kusgruppen sowohl für die am Projekt beteiligten Forscher*innen und
Partner*innen (Datenproduzent*innen) als auch für die Zielgruppen
des Public-History-Portals (Datenkonsument*innen) eingerichtet. Die
Datenproduzent*innen waren nicht nur klar identifizierbar, sondern
zeichneten sich auch durch eine für das Projektmanagement vorteil-
hafte Struktur hinsichtlich der »Trading Zone« nach Kemman aus, also
hinsichtlich Praktiken, Machtdynamiken und Engagement. Sowohl
die Datenproduzent*innen als auch die Projektleitung bestanden aus
Historiker*innen und Archäologi:nnen, die über eine sehr homogene


7    Kent Beck et al., Manifesto for agile software development (2001), URL: http://agil
     emanifesto.org/.
192   Projektmanagement und Digital Humanities



      Forschungs- und Arbeitsweise verfügten. Die Zusammenarbeit erfolgte
      auf Augenhöhe und wies keine Machtasymmetrien auf. Die Kopplung
      zwischen den Gruppen war nicht eng, aber ausreichend institutionali-
      siert (regelmäßiger Austausch in gemeinsamen Sitzungen).
          Zwischen Dezember 2021 und Januar 2022 wurde eine erste Online-
      Befragung der am Projekt beteiligten Forschenden zur Frage »Welche
      Daten werden von den Forschenden zu welchem Zweck und mit welchen
      Werkzeugen erhoben?« durchgeführt. Ein Problem war, dass die Pro-
      jektleitung dabei nicht auf eine allgemeingültige Definition historischer
      Forschungsdaten zurückgreifen konnte. Die Antwort auf die Frage, was
      Forschungsdaten in den Geschichtswissenschaften und der Archäologie
      genau waren, unterscheiden sich nicht nur zwischen den in diesem Pro-
      jekt versammelten Disziplinen und Subdisziplinen, sondern auch zwi-
      schen den Denkkollektiven und den einzelnen Forschenden.8 Um das
      gesamte Spektrum der unterschiedlichen Forschungsansätze und der
      dabei generierten Forschungsdaten zu erfassen, war es notwendig, den
      individuellen Forschungsprozess und die jeweiligen Arbeitsschritte der
      beteiligten Forscher*innen auf dem Weg zur fertigen Publikation in Er-
      fahrung zu bringen. Die Teilnehmenden wurden befragt, mit welchen
      Hilfsmitteln sie eine Forschungsfrage entwickelten, wie sie Daten ge-
      sichert, Sekundärliteratur recherchiert, diese erschlossen und Exzerp-
      te angefertigt haben. Von Interesse waren auch die verwendeten Quel-
      len und Daten, einschließlich ihrer Dateiformate und des Zwecks ih-
      rer Sammlung. Es war auch wichtig zu wissen, wie Quellen annotiert


      8    Siehe dazu Martin Dröge, Präsentationen zur Tagung »Forschungsdaten in der
           Geschichtswissenschaft«, in: Digitale Geschichts-wissenschaft (2018), URL: https
           ://digigw.hypotheses.org/2265; Torsten Hiltmann, Forschungsdaten in der (di-
           gitalen) Geschichtswissenschaft. Warum sie wichtig sind und wir gemeinsame
           Standards brauchen, Digitale Geschichtswissenschaft (2018), URL: https://digigw
           .hypotheses.org/2622; Marina Lemaire, Vereinbarkeit von Forschungsprozess
           und Datenmanagement in den Geisteswissenschaften, in: o-bib. Das offene Bi-
           bliotheksjournal, VDB (2018), 237–247, URL: doi:10.5282/O-BIB/2018H4S237-247;
           Sven Siemon, Tagungsbericht: Forschungsdaten in der Geschichtswissenschaft,
           in: H-Soz-Kult (15.09.2018), URL: www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagung
           sberichte-7859.
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oder Daten extrahiert werden, wie Quellen dokumentiert werden und
welche zusätzliche Software oder Tools verwendet werden. Schließlich
wurde die Bereitschaft zur Teilnahme an Schulungen zu verschiedenen
Werkzeugen wie Zotero, ArcGIS, Omeka, Tropy, RStudio, Transkribus
und EXMARaLDA abgefragt. Die Umfrage wurde bei den Forschenden
sehr gut aufgenommen. Die hohe Rücklaufquote von 40 %, 30 Antwor-
ten bei 72 Autor*innen, als auch das hohe Interesse an den Ergebnissen
der Umfrage (87 %) belegen das.9
    Aus den Ergebnissen der Befragung zog die Projektleitung einige
Schlussfolgerungen für die Ausgestaltung des Forschungsdatenma-
nagements: Für die Forschenden stehen die gedruckten Forschungser-
gebnisse im Vordergrund. Dies hängt nicht nur mit der relativ konven-
tionellen Arbeitsweise der beteiligten Forschenden zusammen, sondern
auch mit den wissenschaftlichen Reputationsmechanismen, bei denen
Datenpublikationen und negative Ergebnisse nach wie vor eine un-
tergeordnete Rolle spielen. Dies bedeutet auch, dass viele Synergien
genutzt werden können, wenn sich das Forschungsdatenmanagement
an den Prozessen der Buchpublikation orientiert. So sollte von Anfang
an bei der Klärung der Bildrechte auf eine mögliche Publikation der
Daten geachtet und die Erfassung der Bildlegenden mit der Erfassung
der Metadaten verknüpft werden. Für die wichtigsten Datentypen –
Bilder (Darstellungen von Quellen, Objekten etc.), Tabellen (statis-
tische Daten, Zeitreihen etc.), Karten (georeferenzierte Karten und
Netzwerkdarstellungen) sowie bibliographische Daten – sollten zwei
Data Stewards eingestellt werden. Die Data Stewards sollten durch
Beratung dazu beitragen, dass Forschungsdaten bereits während des
Forschungsprozesses erhoben werden können. Darüber hinaus soll-




9   Es ist davon auszugehen, dass eine Stichprobenverzerrung vorliegt und mehr
    Menschen an der Umfrage teilgenommen haben, die bereits mit digitalen Me-
    thoden vertraut sind. Diese Vermutung lässt sich jedoch nicht quantitativ über-
    prüfen, da es sich um eine anonymisierte Umfrage gehandelt hat.
194   Projektmanagement und Digital Humanities



      ten den Forschenden Kurse zu den wichtigsten digitalen Werkzeugen
      angeboten werden.10



      Überraschende Erkenntnisse über die Nutzer*innen

      Die Eingrenzung der Datenkonsument*innen gestaltete sich hin-
      gegen wesentlich schwieriger. Der Auftrag des Kantons sprach von
      zukünftigen Nutzer*innen und der interessierten Bevölkerung. Eine
      potenziell sehr große und heterogene Gruppe, welche die Ressourcen
      und das Know-how der Projektleitung überfordert hätte. Aus diesem
      Grund entschied sich die Projektleitung dafür, sich auf die professio-
      nellen Vermittler*innen aus GLAM-Institutionen und Schulen sowie
      forschungsnahen Institutionen zu konzentrieren. Die Analyse dieser
      Gruppe in Bezug auf die »Trading Zone«, d.h. ihre Praktiken, Macht-
      dynamiken und ihr Engagement, erwies sich als herausfordernd, aber
      machbar. Die Datenkonsument*innen brachten viel historische Bildung
      mit. Die Projektleitung hatte jedoch ein großes Defizit bezüglich der
      konkreten Arbeitsweise der Datenkonsument*innen und wie diese in
      ein größeres Ökosystem der Vermittlung von historischem Wissen an
      ein breites Publikum eingebunden waren. Darüber hinaus wusste die
      Projektleitung auch wenig über die Interessen des geschichtsinteres-
      sierten Publikums. Diese Wissenslücke sollte in einem ersten Schritt
      mit einer groß angelegten Online-Umfrage geschlossen werden.11
          Im Februar und März 2022 wurden 89 professionelle Vermitt-
      ler*innen aus GLAM-Institutionen, Schulen und forschungsnahen
      Institutionen online dazu befragt, wie sie sich über die Geschichte




      10   Moritz Mähr, Research Data Management in (Public) History, Keynote pre-
           sented at Digital Humanities Methodolo-gies DHCH 2022, Istituto Svizzero di
           Roma, Rome 2022, URL: doi:10.5281/zenodo.6637118.
      11   Das ist gemäß Claire Warwick ein übliches Muster innerhalb der DH. Claire
           Warwick, Studying Users in Digital Humanities, in: Claire Warwick/Melissa Ter-
           ras/Julianne Nyhan (ed.), Digital Humanities in Practice 1 (2012), 1–21.
                             Moritz Mähr: Die Geschichte von Basel ins Netz stellen      195



Basels informieren. Ziel der Befragung war es, die Informationsge-
wohnheiten und das Ökosystem der Akteure zu erfassen, die sich
professionell mit der Geschichte Basels beschäftigen. Dabei legte man
die Fragen bewusst sehr breit an.12 Die Teilnehmenden kamen aus
verschiedenen Tätigkeitsbereichen wie Forschung (33 %), Vermittlung
(22 %), Archivierung (21 %), Bildung (16 %) und anderen Bereichen (33 %).
Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden liegt bei 57 Jahren und zwei
Drittel möchten über die Ergebnisse der Umfrage informiert werden.
     Offline suchen die Teilnehmenden vor allem in Büchern (91 %),
Bibliotheken (82 %), Archiven (79 %), Museen (70 %) und Zeitschriften
(55 %) nach Informationen zur Geschichte Basels. Sie ziehen dabei vor
allem Textquellen (79 %), Bilder (76 %) und Karten (52 %) heran und
suchen diese in Archiven und Bibliotheken (79 %), Lexika (70 %) und mit
kommerziellen Suchmaschinen (57 %). Bei den Online-Informations-
angeboten sind das Historische Lexikon der Schweiz (HLS) (60 %), das
Basler Stadtbuch (58 %), die Universitätsbibliothek (UB) (54 %) und Wi-
kipedia (47 %) am gefragtesten. Andere genannte Angebote beinhalten
verschiedene lokale und spezifische Webseiten. Texte und Visualisie-
rungen sind sowohl online als auch offline die dominierenden Formate,
während Audio, interaktive Visualisierungen und Videos von weniger
als 11 % der Befragten genutzt werden.
     Die Ergebnisse zeigen auf, welche Epochen das größte Interesse we-
cken. Rund 70 % der Befragten bekunden ein ausgeprägtes Interesse an
der neueren und neuesten Geschichte Basels. Die Antike stößt auf we-
niger Interesse, nur 28 % der Teilnehmenden geben an, sich dafür zu in-
teressieren. In Bezug auf spezifische Aspekte der Geschichte sind Per-
sönlichkeiten wie Christoph Merian und Erasmus von Rotterdam sowie
Institutionen wie die Basler Mission und der FC Basel von besonderem



12   Weniger zielgerichtete Fragen können sehr interessante Informationen über
     die Bedürfnisse der Nutzer*innen zutage fördern, die sonst verborgen geblie-
     ben wären. Max Kemman/Martijn Kleppe, User required? On the Value of User
     Research in the Digital Humanities, in: Jan Odijk (ed.), Selected papers from the
     CLARIN 2014 conference, Linköping 2015, 63–74.
196   Projektmanagement und Digital Humanities



      Interesse. Auch bestimmte Orte wie die Altstadt und das St. Johannquar-
      tier sowie Ereignisse wie der Bau der Rheinbrücken und die Reformation
      stießen auf Interesse. Die bevorzugten Themenbereiche umfassen städ-
      tisches Leben (58 %), Kultur (52 %), Soziales (49 %), Bildung (48 %), Politik
      (48 %), Armut (45 %), Migration (43 %) und Kolonialismus (42 %).
           Durch die Umfrage gewann die Projektleitung ein vertieftes Bild
      über die Praktiken der Datenkonsument*innen. Eine zentrale Erkennt-
      nis war, dass Forschungsergebnisse für professionelle Geschichtsver-
      mittler*innen zwar eine wichtige Rolle spielen, dass aber auch die
      eigenständige Recherche und der Austausch mit Peers für die In-
      formationsbeschaffung sehr wichtig sind. Obwohl bekannt ist, dass
      Informationsdiffusion und Wissenstransfer nicht linear verlaufen, war
      dies eine überraschende Einsicht.13 Es wurde auch klar, dass die In-
      formationsgewohnheiten sich entlang konventioneller Praktiken und
      Medien bewegten und die Möglichkeiten, die das Web und interaktive
      Medien bieten, selten genutzt werden. Das war ebenfalls überraschend.
      Unter dem Eindruck der Covid-19-Pandemie und der vielen Bericht-
      erstattung über digitale Vermittlungsangebote entstand der Eindruck,
      dass solche Formate bei den GLAM-Institutionen eine zentrale Rolle
      einnehmen würden. Die Umfrageergebnisse hingegen machen die
      Rolle deutlich, die physische Begegnungsräume und konventionelle
      Praktiken, Werkzeuge und Medien in der Vermittlung von historischem
      Wissen gegenwärtig spielen.
           Die Erkenntnisse aus der Umfrage und qualitative Interviews mit
      Exponent*innen von GLAM-Institutionen führten zu einem Umdenken
      seitens der Projektleitung: Die Unterscheidung zwischen online und
      offline im Bereich der Vermittlung sollte aufgegeben werden. Die über-
      wiegende Mehrheit der Vermittlungsangebote findet offline statt und
      wird von Online-Angeboten begleitet. Damit sich das Public-History-
      Portal nahtlos in ein solches Ökosystem einfügen konnte, musste es auf


      13   Patrick Svensson beschreibt diesen Prozess und folgert, dass Nutzer*innen
           auch als Produzent*innen aufgefasst werden sollten. Patrik Svensson, The Dig-
           ital Humanities as a Humanities Project, Arts and Humanities in Higher Education 11
           (2012), 42–60, URL: doi:10.1177/1474022211427367.
                         Moritz Mähr: Die Geschichte von Basel ins Netz stellen   197



die physische und virtuelle Realität der professionellen Vermittler*in-
nen verweisen. Darüber hinaus würde Stadt.Geschichte.Basel an den
Vermittlungsangeboten mitwirken müssen, um die Bedürfnisse der
Nutzer*innen des Portals zu verstehen. Die Vorstellung, dass es sich bei
diesen Nutzer*innen primär um Datenkonsument*innen handelt, wur-
de ebenfalls fallen gelassen. Die (Nach-)Nutzung von Forschungsdaten
war ein Szenario unter vielen. Forschungsdaten würden dann vermit-
telt werden, wenn die inhaltlichen und technischen Hürden niedrig
wären und es anschauliche Beispiele für eine erfolgreiche Integration
in Vermittlungsangebote gäbe. Aufgrund dessen entschied sich die
Projektleitung, ein integriertes Vermittlungskonzept zu erstellen und
die professionellen Vermittler*innen durch ein Kooperationsprogramm
enger an Stadt.Geschichte.Basel zu binden. Durch diese »Trading Zone«
sollten heterogene Praktiken integriert, Machtasymmetrien abgebaut
und das Engagement erhöht werden.



Konzeption und iterative Entwicklung des Portals mit
Vermittlungspartner*innen

Im Frühjahr 2022 wurden die konkreten, überprüfbaren Maßnahmen
und der Zeitplan für die Entwicklung des Public-History-Portals sowie
ein Fahrplan für das Vermittlungskonzept inkl. Kooperationsprogramm
für Vermittlungspartner*innen festgelegt. Das Profil des Public-Histo-
ry-Portals wurde geschärft und konkrete inhaltliche Anforderungen
formuliert. Es sollte den Nutzer*innen historische Inhalte barrierefrei
bereitstellen und auf bestehende Informations- und Vermittlungsan-
gebote verweisen. Dazu gehören Informationen zu den zehn Bänden
der Stadt.Geschichte.Basel inklusive Angaben zu Verkaufsstellen und
Verlag. Darüber hinaus sollte das Portal eine Projektdokumentation,
z.B. in Form von Blogbeiträgen, sowie sogenannte Data Stories, die
auf der Grundlage von Forschungsdaten ausgewählte Aspekte (Alltags-,
Sozial- Migrations- und Kolonialgeschichte) oder Ereignisse der Basler
Geschichte beleuchten, anbieten. Es soll Zugang zu Forschungsdaten
von Stadt.Geschichte.Basel nach FAIR-Prinzipien sowie zu universi-
198   Projektmanagement und Digital Humanities



      tären Forschungsprojekten und -ergebnissen gewährleisten. Es soll
      Angebote von Vermittlungspartner*innen und Daten und historische
      Ressourcen von Dritten zur Verfügung stellen, die spezifisch für Basel
      relevant sind.
           Das Portal soll technisch mit geringer Komplexität realisiert wer-
      den.14 Es soll wartungsarm und langfristig archivierbar sein.15 Dieser
      technische Aufbau dient dazu, eine einfache Nutzung und Handhabung
      sowohl für die Besucher*innen als auch für die Administrator*innen
      sicherzustellen. Weitere wichtige Aspekte sind Barrierefreiheit und
      Datenschutz. Das Portal soll barrierefrei, d.h. WCAG-konform gestaltet
      werden. Die Erfassung der Nutzungsdaten soll datenschutzkonform,
      d.h. über einen DSGVO-konformen Anbieter erfolgen. Die grafische Ge-
      staltung des Portals soll sich an der Gestaltung der Bände orientieren.
      Durch die Kombination von benutzerfreundlichem Design, einfacher
      Technologie und datenschutzkonformer Erfassung der Nutzungsdaten
      soll das Portal »Stadt.Geschichte.Basel« auch in technischer Hinsicht
      einen nachhaltigen und offenen Zugang zur Geschichte der Stadt Basel
      bieten.
           Der Zeitplan wurde wie folgt festgelegt: Die Konzeption des Portals
      einschließlich der Festlegung der verwendeten Technologien soll noch
      im Jahr 2022 abgeschlossen sein. Mitte 2023 soll ein funktionsfähiger
      Prototyp des Portals zur Verfügung stehen, der im dritten Quartal 2023
      intern getestet und optimiert werden kann. Im vierten Quartal 2023 soll
      die Vorabversion des Portals online gehen. Während des vierten Quartals
      2023 und des ersten Quartals 2024 soll das Portal von den Kooperations-
      partner*innen getestet werden. In dieser Phase können noch funktiona-
      le, inhaltliche und gestalterische Anpassungen vorgenommen werden.
      Das Portal soll in dieser Phase noch nicht aktiv beworben werden. Ab
      der Vernissage der ersten Bände im März 2024 soll die Entwicklung des


      14   Roopika Risam/Alex Gil, Introduction: The Questions of Minimal Computing,
           Digital Humanities Quarterly 16 (2022).
      15   Damit das Portal langzeitarchivierbar wird, muss es auf HTML, CSS und Java-
           Script beschränkt werden. The Endings Project Team, Endings Principles for
           Digital Longevity Version 2.2.1 (2023), URL: https://endings.uvic.ca/principles/.
                          Moritz Mähr: Die Geschichte von Basel ins Netz stellen   199



Portals abgeschlossen sein und in den Dauerbetrieb übergehen. War-
tungs- und Sicherheitsupdates sollen im Dauerbetrieb zur Verfügung
gestellt werden. Zudem ist eine Open Source Veröffentlichung des Quell-
codes vorgesehen. Das Vermittlungskonzept sollte im vierten Quartal
2022 entwickelt werden und auf den Zeitplan des Portals Rücksicht neh-
men. Das Netzwerk an Vermittlungspartner*innen soll im ersten Quar-
tal 2023 aufgebaut werden. Im zweiten und dritten Quartal 2023 sol-
len gemeinsame Vermittlungsangebote entwickelt und ab dem vierten
Quartal 2023 auch umgesetzt werden.
     Von der prominenten Rolle, die die Vermittlungspartner*innen und
bestehende Informationsangebote auf dem Portal einnehmen sollten,
erhoffte sich die Projektleitung eine stark integrierende Funktion. Es
sollte das Projekt anschlussfähig für weite Teile des Ökosystems ma-
chen und die Anwendungsszenarien der relevanten Anspruchsgruppen
ausgerichtet sein. Die professionellen und semiprofessionellen Ge-
schichtsvermittler*innen und Gedächtnisinstitutionen würden aktiv
in die Konzeption und Entwicklung des Portals einbezogen und dabei
helfen, das Portal optimal auf die Bedürfnisse der künftigen Nutzer*in-
nen auszurichten. Die Projektleitung würde sich dank der Integration
heterogener Praktiken, der angepasster Machtdynamik und der enge-
ren Bindung der Vermittlungspartner*innen Zugriff auf Fachwissen
verschaffen und den Kreis der potenziellen Nutzer*innen vergrössern.
     Nachdem das Digitalkonzept vom Stiftungsrat verabschiedet wor-
den war, wurden die potenziellen Vermittlungspartner*innen im Som-
mer 2022 in qualitative Interviews und einer weiteren Online-Umfrage
dazu befragt, wie sich die bestehenden Vermittlungsangebote ins Pu-
blic-History-Portal integrieren lassen können. 26 Institutionen beteilig-
ten sich an dieser Umfrage. Es zeigte sich, dass die Mehrheit der Institu-
tionen offline und vornehmlich physisch mit dem Publikum in Kontakt
tritt, wobei der Schwerpunkt auf Führungen, Publikationen und Aus-
stellungen liegt. Dabei werden ihre Angebote hauptsächlich in den ei-
genen Räumlichkeiten präsentiert und vorwiegend an eine breite Öf-
fentlichkeit über alle Generationen gerichtet. Wichtige Kooperations-
partner*innen sind Schulen, gefolgt von Gedächtnis- und Forschungs-
institutionen sowie Medien und Touristik. Die Verbreitung der Vermitt-
200   Projektmanagement und Digital Humanities



      lungsangebote erfolgt offline hauptsächlich durch Zeitungen, Radio und
      soziale Medien.
          Auf Seiten des Portals »Stadt.Geschichte.Basel« wünschen sich die
      Institutionen neben Informationen zur neuen Basler Stadtgeschichte
      auch redaktionelle Inhalte, eine Karte der Vermittlungsangebote in
      Basel und der Region, eine zugehörige Agenda, Daten und historische
      Ressourcen sowie universitäre Forschungsprojekte und -ergebnisse.
      Darüber hinaus möchten 20 Institutionen ihre Angebote auf dem Portal
      verbreiten und 15 offizielle Kooperationspartner*innen werden.
          Die Umfrage zeigt, dass die befragten Institutionen großes Interes-
      se an einer Zusammenarbeit mit Stadt.Geschichte.Basel haben und For-
      mate wie den Blog und Services wie die Agenda und die Karte befürwor-
      ten, die zu einer vielfältigen Vermittlung der Basler Geschichte beitra-
      gen. Sie stellen dabei ein breites Spektrum an Aktivitäten und Koopera-
      tionsmöglichkeiten bereit, die in die Konzeption des Portals und der Ver-
      mittlungsprojekte einfließen können. Der Wunsch nach einer breiten
      und vielfältigen Vermittlung der Basler Geschichte steht dabei im Vor-
      dergrund. Das Portal soll für ein heterogenes Publikum ohne Fachkennt-
      nisse konzipiert werden und sich durch entsprechende Inhalte, Sprache
      und Gestaltung auszeichnen.
          Die Umfrage half, die Endnutzer*innen und die relevanten Funk-
      tionen des Portals Stadt.Geschichte.Basel zu identifizieren. Um eine
      barrierefreie und intuitive Nutzung zu gewährleisten, wurde eine
      UX-Expertin beigezogen. In einem Workshop wurden Usability-Fragen
      im Rahmen des UCD-Frameworks geklärt und verschiedene Inhalte
      und Funktionen des Portals definiert. Dazu gehören eine Agenda mit
      Veranstaltungen, ein Blog, eine Forschungsdatenplattform, eine Liste
      von Forschungsprojekten, eine Karte mit allen relevanten Institutionen,
      ein Überblick über die Geschichte Basels, Informationen zu den Bänden
      von Stadt.Geschichte.Basel, Zugang zu Open-Access-Publikationen,
      Projektgeschichte, Informationen zum Verein Stadtgeschichte, Impres-
      sum, Data Stories, digitale Rundgänge, Podcasts, Lehrmittel, Quellen
      und Daten, eine Bibliografie, ein Pressekit und eine Anmeldeseite für
      den Newsletter. Als Methode zur Erhebung der Bedürfnisse der Endnut-
      zer*innen wurde Card Sorting gewählt und ein Gesprächsleitfaden für
                            Moritz Mähr: Die Geschichte von Basel ins Netz stellen   201



die dazugehörigen qualitativen Interviews entwickelt. Card Sorting ist
ein nutzerzentrierter Ansatz zur Strukturierung oder Kategorisierung
von Informationen. Bei diesem Verfahren ordnen die Nutzer*innen
Inhalte oder Funktionen in Kategorien, die für sie logisch und intuitiv
sind. Ziel war es, das Layout und die Navigation unseres Portals zu
optimieren, die Nutzererfahrung zu verbessern und sicherzustellen,
dass die wichtigsten Informationen und Funktionen leicht zugänglich
sind.16
    Nach neun Card-Sorting-Interviews im Sommer und Herbst 2022
kristallisierten sich bereits deutliche Strukturen heraus. Eine klare
Trennung zwischen primär forschungsrelevanten Inhalten wie den
Quellen und Daten, der Bibliografie, den Open-Access-Publikationen
und der Dokumentation des Forschungsprojekts sowie den primär
publikumsrelevanten Inhalten war erkennbar. Innerhalb der publi-
kumsrelevanten Inhalten wurden zwischen News, Geschichte(n) und
verschiedenen Serviceangeboten wie Agenda, Karte oder Newslet-
ter unterschieden. Um den Umfang und die Komplexität des Portals
überschaubar zu halten, wurde entschieden, alle forschungsrelevanten
Inhalte unter forschung.stadtgeschichtebasel.ch in eine eigene For-
schungsdatenplattform auszulagern. Das Portal und die Forschungs-
datenplattform sollen prominent aufeinander verweisen, aber getrennt
voneinander entwickelt und gepflegt werden können. Die technische
und organisatorische Trennung der beiden Aspekte hatte den Vorteil,
die Zielgruppen weiter einzuschränken: historisch interessierte Nut-
zer*innen beim Portal, (semi-)professionelle Historiker*innen und
Studierende bei der Forschungsdatenplattform. Dies ermöglichte die
Umsetzung unterschiedlicher Anforderungen und damit auch den Ein-
satz unterschiedlicher, bedarfsgerechter Technologien. Angesichts der
hohen Anforderungen an eine nachhaltige Publikation von Forschungs-
daten nach den FAIR-Prinzipien war dies eine große Erleichterung.
So könnte man für die Forschungsdatenplattform auf eine bestehende
Open Source Softwarelösung zurückgreifen und müsste nicht alles von
Grund auf entwickeln.

16   Donna Spencer/Todd Warfel, Card Sorting, in: Boxes and Arrows 7 (2004).
202   Projektmanagement und Digital Humanities



          In einem nächsten Schritt wurden ein Zeitplan für die Forschungs-
      datenplattform und die technische Umsetzung des Portals festgelegt.
      Die Evaluierung der Forschungsdatenplattform soll im dritten Quartal
      2023 abgeschlossen werden. Die Parametrisierung der Software und die
      Kuratierung der Daten der ersten Bände sollen im vierten Quartal 2023
      und im ersten Quartal 2024 abgeschlossen werden. Der erste Prototyp
      des Portals soll mit einem modernen Frontend-Framework und einer
      Komponentenbibliothek erstellt werden. Der Blog soll auf einer offenen
      Plattform für wissenschaftliche Blogs gehostet werden und die Beiträ-
      ge sollen über eine maschinenlesbare Schnittstelle vom Frontend über-
      nommen werden. Die Ausstellungs- und Veranstaltungsdaten der Ver-
      mittlungspartner*inside für die Agenda sollen ebenfalls über eine ma-
      schinenlesbare Schnittstelle eingespielt werden. Zwei Softwareentwick-
      ler wurden konsultiert, um die technische Konzeption und die für das
      Portal verwendeten Technologien zu prüfen. Sie billigten den Entwurf
      und es wurde mit der Entwicklung eines Prototyps begonnen.



      Engagement durch Kooperation und kontinuierliches
      Reporting

      Das Vermittlungskonzept wurde im ersten Quartal 2023 fertiggestellt.
      Das Kooperationsprogramm sah vor, dass Vermittlungspartner*innen
      in Kooperation oder mit Unterstützung von Stadt.Geschichte.Basel
      Angebote realisieren oder auf ihre bestehenden Angebote hinweisen
      können. Dazu werden ihnen auch der Blog, der Veranstaltungskalen-
      der (über Drittanbieter) und die Karte auf dem Portal zur Verfügung
      gestellt. Um das Kooperationsprogramm und das Portal den professio-
      nellen Vermittler*innen aus GLAM-Institutionen und forschungsnahen
      Institutionen vorzustellen, wurde ein Informationsanlass veranstal-
      tet. Am hybriden Anlass im Frühsommer 2023 wurden jedoch nicht
      nur Informationen vermittelt, sondern insbesondere Feedback der zu-
      künftigen Partner*innen und Nutzer*innen zu verschiedenen offenen
      Fragen eingeholt. Über 50 Teilnehmer*innen folgten der Einladung, die
      meisten waren vor Ort anwesend. Die Möglichkeit, Fragen zu stellen und
                         Moritz Mähr: Die Geschichte von Basel ins Netz stellen   203



an interaktiven Umfragen teilzunehmen, wurde über eine Mentimeter-
Präsentation realisiert und rege genutzt.
     Die Informationsveranstaltung hat das Bild der Bedürfnisse der
Vermittlungspartner*innen nochmals geschärft. Für sie ist das Portal
in erster Linie ein zusätzlicher Kanal, um auf die eigenen Vermitt-
lungsangebote aufmerksam zu machen. Der Veranstaltungskalender
soll die Daten automatisch von einem Drittanbieter übernehmen. Der
Blog bietet darüber hinaus die Möglichkeit, historische Hintergründe
zu Veranstaltungen oder Objekten zu liefern. Die Daten auf der Karte
sollten so gehalten werden, dass sie einfach zu pflegen sind. Generell
hat sich gezeigt, dass der Anreiz, Beiträge und Daten für das Portal
zur Verfügung zu stellen, umso größer ist, je geringer die technischen
und finanziellen Einstiegshürden sind. Organisatorische Fragen zur
redaktionellen Planung des Blogs konnten ebenso geklärt werden wie
die Frage, wie die Geschichte Basels für ein breites Publikum aufbereitet
werden kann. Zudem zeigte sich, dass das Interesse an einem Newslet-
ter von Stadt.Geschichte.Basel für ein breites Publikum sehr gering ist.
Bereits während des Anlasses als auch im Nachgang konnte Stadt.Ge-
schichte.Basel viele Vermittlungspartner*innen für eine Kooperation
gewinnen. Der Informationsanlass funktionierte als »Trading Zone«
und erlaubte es, sehr heterogenen Praktiken der beteiligten Parteien
zu integrieren, Machtasymmetrien abzubauen und ein hohes Maß an
Bindung und Engagement zu erzeugen.
     Das Onboarding der Kooperationspartner*innen ist bereits ange-
laufen und die Entwicklung der ersten Version des Portals läuft auf
Hochtouren. Für die Phase zwischen dem stillen Go-Live im Septem-
ber 2023 und der Vernissage der ersten Bände im März 2024 ist nicht
nur eine kontinuierliche Überwachung und Auswertung wichtiger
Metriken wie Nutzerzahlen, Nutzungsdauer und Feedback aus den
Nutzungsdaten geplant, sondern auch ein regelmäßiges Reporting an
die beteiligten Kooperationspartner*innen. Darüber hinaus sind qua-
litative Interviews und eine weitere Online-Befragung geplant. Diese
Informationen dienen der kontinuierlichen Optimierung des Portals
und der Berücksichtigung sich ändernder Bedürfnisse sowohl auf Seiten
der Nutzer*innen als auch auf Seiten der Kooperationspartner*innen.
204   Projektmanagement und Digital Humanities



          Kontinuierliches Monitoring, regelmäßiges Reporting und transpa-
      rente Kommunikation im gesamten Ökosystem sind nicht nur wichti-
      ge Eckpfeiler für das Projektmanagement, sondern auch Voraussetzung
      für den langfristigen Betrieb des Portals. Die Frage, ob das Portal über
      das Projektende hinaus finanziert werden kann, hängt nicht nur vom Er-
      folg bei den Nutzer*innen ab, sondern vor allem vom Engagement der
      Kooperationspartner*innen. Die Überführung des Portals als Projekt in
      ein Portal als Infrastruktur hängt entscheidend davon ab, ob und wie
      sich das Portal in das bestehende Ökosystem der historischen Wissens-
      vermittlung in Basel integrieren lässt. Die Frage, was ein nachhaltiges
      Projekt in den Digital Humanities ist, hängt nicht nur von der Frage der
      Archivierbarkeit der Artefakte ab.17 Projekte in den Digital Humanities
      müssen vielmehr über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg betrachtet
      werden. Es wird geschätzt, dass die Softwareentwicklung ein Drittel der
      Kosten ausmacht, während Betrieb und Wartung zwei Drittel ausma-
      chen. Die Fragen, wer den Betrieb nach dem Projektende übernimmt
      und ob die Software gepflegt und weiterentwickelt wird, bleiben oft un-
      beantwortet. Nachhaltigkeit bedeutet auch eine nachhaltige Finanzie-
      rung, die dem Projektdenken entgegensteht.18
          Die Digital Humanities verstehen sich oft als Projekt, das Aushand-
      lungsprozesse über die Grenzen der klassischen Disziplinen hinaus
      moderiert. Patrik Svensson und Pierre Munier gehen sogar noch einen
      Schritt weiter und modellieren die ganzen Digital Humanities als »Tra-
      ding Zone«.19 Dieses Bild wird den Digital Humanities insofern gerecht,
      als inhaltliche Forschung sich temporär organisieren und auch schei-
      tern können muss. Dem stehen Infrastrukturen und Serviceeinheiten

      17   Der Blick auf die Nachhaltigkeit von Projekten fällt manchmal etwas einsei-
           tig aus. Lisa Goddard/Dean Seeman, Negotiating Sustainability: Building Dig-
           ital Humanities Projects that Last, in: Constance Crompton/Richard J. Lane/
           Raymond G. Siemens (ed.), Doing more digital humanities: open ap-proaches to cre-
           ation, growth, and development, London& New York 2020.
      18   Drucker, The Digital Humanities Coursebook, 214.
      19   Svensson, The Digital Humanities as a Humanities Project; Pierre Mounier, Une
           »utopie politique« pour les humanités numériques?, in: Socio. La nouvelle revue
           des sciences sociales (2015), 97–112, URL: doi:10.4000/socio.1451.
                        Moritz Mähr: Die Geschichte von Basel ins Netz stellen   205



gegenüber, die den hilfswissenschaftlichen Charakter der Digital Hu-
manities betonen und auf einen langfristigen und nachhaltigen Betrieb
hinarbeiten. Die Digital Humanities sollten sich dieser unterschied-
lichen Rollen bewusst sein und mit einem agilen Projektmanagement
reagieren, das die Rollenkonflikte überwinden kann.



Zusammenfassung und Best Practices

Die Durchführung von Projekten und Forschungsvorhaben in den Digi-
tal Humanities ist herausfordernd, da sie eine erfolgreiche Kommuni-
kation zwischen Geisteswissenschaftler*innen und Informatiker*innen
erfordern und häufig interdisziplinär und institutionenübergreifend
sind. Die Einbindung verschiedener Anspruchsgruppen in das Projekt-
management, insbesondere bei einem öffentlich finanzierten Projekt
wie Stadt.Geschichte.Basel, ist komplex. Um die verschiedenen An-
spruchsgruppen in die Entwicklung des Public-History-Portals ein-
zubeziehen, setzt das Projekt auf User-Centered Design (UCD), bei
dem die Nutzer*innen in jeder Phase des Designprozesses im Mit-
telpunkt stehen. Durch explorative und generative Methoden werden
ihre Bedürfnisse ermittelt. Diese werden so in das Produkt integriert,
dass die Nutzer*innen ihr Verhalten und ihre Erwartungen so wenig
wie möglich anpassen müssen. Die Erweiterung der UCD-Perspektive
um das Konzept der »Trading Zones« von Max Kemman ermöglicht
Aushandlungsprozesse zwischen Projektteam und Anspruchsgruppen
zu analysieren und zu verbessern. Es beschreibt Aushandlungspro-
zesse anhand von sich verändernden Praktiken, Machtdynamiken und
Engagement und zielt darauf ab, asymmetrische Machtstrukturen zu
überwinden und einen transdisziplinären Austausch zu ermöglichen.
Durch die iterative Verbesserung der Austausch- und Verhandlungspro-
zesse bei der Einbindung relevanter Interessengruppen können deren
Bedürfnisse genauer erfasst und die Entwicklung eines nachhaltigen
und offenen Public-History-Portals bedarfsgerecht gestaltet werden.
    Basierend auf den bisherigen Erfahrungen bei der Beteiligung re-
levanter Anspruchsgruppen an der Entwicklung eines nachhaltigen und
206   Projektmanagement und Digital Humanities



      offenen Public-History-Portals für die Geschichte Basels wurden folgen-
      de Best Practices entwickelt:

      1. Identifikation relevanter Anspruchsgruppen: Eine umfassende und
         systematische Analyse ermöglicht die Identifizierung relevanter An-
         spruchsgruppen und ihrer spezifischen Bedürfnisse und Erwartun-
         gen. Eine Modellierung der Anspruchsgruppen als Teil eines Ökosys-
         tems hilft dabei, die Beziehungen untereinander besser zu verstehen
         und gemeinsame Interessen zu erkennen.
      2. Frühzeitige Einbindung von Anspruchsgruppen: Die Einbindung re-
         levanter Anspruchsgruppen in den Entwicklungsprozess muss von
         Beginn weg erfolgen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Per-
         spektiven, Anliegen und Ideen einzubringen.
      3. Partizipative Verfahren: Die Nutzung partizipativer Ansätze wie
         Fokusgruppen, Interviews oder Umfragen ermöglicht direktes
         Feedback von den Anspruchsgruppen. Diese Verfahren reduzieren
         Machtasymmetrien, fördern die aktive Beteiligung und ermögli-
         chen somit eine breite Einbeziehung unterschiedlicher Meinungen
         und Erfahrungen.
      4. Transparente Kommunikation: Eine offene und transparente Kom-
         munikation mit den Anspruchsgruppen ist entscheidend. Regel-
         mäßige Informationen über den Projektfortschritt, getroffene
         Entscheidungen und mögliche Auswirkungen schaffen einen Raum
         für den Dialog und ermöglichen die Beantwortung von Fragen und
         Bedenken.
      5. Einbindung von Fachwissen: Die Zusammenarbeit mit Expert*in-
         nen, die über Fachwissen in relevanten Bereichen verfügen, trägt
         zur optimalen Ausrichtung des Produkts auf die Bedürfnisse der
         Anspruchsgruppen bei.
      6. Agiles Projektmanagement und iterative Entwicklung: Durch agiles
         Projektmanagement können flexibel auf individuelle Bedürfnisse
         und sich ändernde Anforderungen reagiert werden. Das kontinuier-
         liche Einfließen von Feedback und neuen Erkenntnissen ermöglicht
         frühzeitige Anpassungen im Entwicklungsprozess. Ein iterativer
         Ansatz erlaubt regelmäßige Evaluationen und Anpassungen zur
                            Moritz Mähr: Die Geschichte von Basel ins Netz stellen   207



   schrittweisen Verbesserung und Anpassung des Produkts. Die
   kontinuierliche Einbindung des Feedbacks der Anspruchsgruppen
   fördert eine nutzerzentrierte Entwicklung.
7. Reporting und Monitoring: Ein effektives Reporting- und Monito-
   ring-System verfolgt den Erfolg des Produkts anhand wichtiger Me-
   triken wie Nutzerzahlen, Nutzungsdauer und Feedback. Diese In-
   formationen dienen der kontinuierlichen Optimierung des Produkts
   und der Berücksichtigung von sich ändernden Bedürfnissen der An-
   spruchsgruppen.



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