Blaupause einer flexiblen Lebensform
In Ordnung
Die Architektur hat die Disposition, über die Funktion eines Spiegels der Gesellschaft hinauszugehen und zukünftige Lebens- und Arbeitsformen zu erschaffen. Diese formative Sicht kontrastiert eine Sichtweise über die Aufgabe der Architektur, die sich darauf beschränkt, den sich ändernden sozialen Realitäten mit den Mitteln einer massenpsychologisch bewussten Ästhetik einen Raum zu geben. Zudem lässt sie Platz für Betrachtungen auf der Ebene der zwischenmenschlichen sozialen Praxis. Die Architektur erweckt viel zu oft den Eindruck, sich gesellschaftlichen Problemen nur noch aus der Vogelperspektive nähern zu wollen. Mit viel Elan werden Schlagworte wie Klimawandel, Energiewende, Überbevölkerung und Zersiedelung auf die Agenda des Diskurses gesetzt. Dabei besteht die Welt nicht nur aus ihren Aggregatseffekten, sondern aus Individuen, die vor dem Hintergrund ihrer lebensweltlichen Situation die ‹besten› Entscheidungen fällen müssen – oftmals unter dem bereits beschriebenen restringierenden finanziellen Druck.
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@inbook{mähr2012,
author = {Mähr, Moritz},
publisher = {Departement Architektur der ETH Zürich},
title = {Blaupause einer flexiblen Lebensform},
booktitle = {In Ordnung},
pages = {88–91},
date = {2012-09-01},
url = {https://moritzmaehr.ch/publications/mahr2012.html},
doi = {10.5169/SEALS-918760},
langid = {de}
}